Erdung von Stahlpanzerrohr in Ex-Bereichen der Zone 2

  • Hallo Zusammen,

    wie sieht es denn aus, wenn ich in Ex-Bereichen der Zone 2 Stahlpanzerrohr verlegt habe ? Das ich dieses Rohr in Potentialausgleich mit einbeziehen muss ist mir bewusst. Jetzt die Frage: Müssen die Schellen für die Erdung (z.B. OBO Typ 925) einen Ex-Nachweis haben ?

    schon mal Dank im voraus.

    Zillo09

  • Hallo Exer,

    Danke für die schnelle Antwort.

    ich meinte eine Baumusterprüfbescheinigung für den Exbereich :). Ich frage nur deshalb, es gibt von der Firma Dehn Rohrschellen die für Ex-Bereiche zugelassen sind. Diese sind aber so ausgelegt, das sie einen Blitzstrom ableiten können.

    http://www.dehn.de//de/281/5906/F…x-Bereiche.html

    Ich Denke, das diese für meine Anwendung (statische Aufladung im Ex-bereich) überdimensioniert sind und ich für mein Vorhaben die Normalen Erdungsschellen von OBO verwenden kann. Ich wollte nur noch mal die Meinung eines dritten einholen.

    MfG zillo09

  • Hallo Zillo09,

    zunächst einmal herzlich Willkommen bei uns im Forum!

    Zu Deiner Frage hat Exer ja schon fast alles gesagt, mit bleibt da nur ein bescheidener Rest....

    - Blitzschutzmaßnahmen sind durch die Betreiber sicherzustellen, ggf. in Verbindung mit einer ZÜS (dazu gibt es in der BetrSichV ein paar weitere Hinweise). Die dazu notwendigen Normen sind ja schon genannt.

    - Erdungsmaßnahmen (sind keine Blitzschutzmaßnahmen) unterliegen nicht den ATEX-Anforderungen und werden - auch das hat Exer bereits gesagt - nach den geltenden technischen Regeln durchgeführt.
    - Im Allgemeinen wird im Ex-Bereich ein zusätzlicher Potentialausgleich (ist auch kein Blitzschutz) gefordert, der "auch" nur nach den geltenden Nicht-Ex-Vorschriften ausgeführt wird.

    Ein freundliches Glückauf!

    Günter :bau:

  • Hallo zusammen,

    Ich habe da ein ähnliches Problem. Bei uns soll ein Ex-Bereich Zone 1, in einem Gebäude der Blitzschutzklasse 2, entstehen.

    Nun die Frage wie müssen die Installationsrohre für die E-Installation (Alu oder Stapa) an den PA angeschlossen werden?
    Reicht die "normale Erdbandschelle"oder muss es die EX-Version sein.

    Es werden in diesem Raum, div. Metallrohrleitungen von außen zugeführt. Im Außenbereich sind dies Leitungen an den Blitzschutz angeschlossen.

    Wird dann eine zusätzliche Verbindung der Rohrleitungen im Inneren des Gebäudes als Innerer Blitzschutz oder PA gewertet?
    Wird der Gebäudeeintritt oder der Raumeintritt gewertet?

    Z.B.
    Rohrleitungen sind im Außenbereich in den BS eingebunden ->
    Rohrleitungen kommen ins Gebäude durch Wand/Decke/Fußboden(noch kein Ex-Bereich) werden an den BS angebunden (innererer BS)->
    Rohrleitungen gehen durch Wand/Decke/Fußboden in Zone 1, Ex-Bereich, werden dort verbunden = örtlicher PA keine ATEX-Richtlinie?


    Ich danke euch schon einmal für die Hilfe.


    MfG Hannes 30001

  • Hallo Hannes30001,

    zunächst einmal herzlich Willkommen bei uns im Ex-Forum!

    Erdungsschellen in Ex-Version gibt es eigentlich nicht. In keiner Verordnung - die ich kenne - wird so etwas gefordert. Die handelsüblichen Schellen reichen n.m.M. aus.

    Rohrleitungen, die externes Potential in die Anlage "einschleppen" können, müssen immer geerdet sein.

    Die meisten anderen Rohrleitungen werden aus zwei Gründen geerdet:
    a. um eine elektrostatische Aufladung zu vermeiden
    b. weil die elektrische Anlage einen zusätzlichen Potentialausgleich fordert

    Ein freundliches Glückauf!

    Günter :bau:

  • Hallo Günter,

    erst einmal danke für die Antwort.

    Es ist klar das, dass "einschleppen" verhindert werden muss. Es ist richtig, das es keine Ex-Bandrohrschellen in dem Sinne gibt.
    Aber die Fa. Dehn wirbt mit einer Bandrohrschelle für die Zone 1 ( ca. 84€/Stk. netto Liste, also ca. 45-50€/stk. EK) wo die Zündfunkenfreiheit bestätigt wird.

    Herstellererklärung: siehe Anhang

    Nun stelt sich mir die Frage ob eine Zündfunkenfreiheit noch bestätigt werden muss, wenn die Rohrleitungen die von Außen kommen, mehrfach im Nicht-Ex-Bereich am Gebäudeblitzschutz angebunden sind (z.B Fundamenterder).

    Beispliel:

    4 Rohrleitungen kommen aus dem Erdreich, gehen oberirdisch in ein Gebäude. -> Anbindung an den Blitzschutz des Gebäudes im Außenbereich
    die 4 Rohrleitungen sind dann theoretisch direkt am Gebäudeeintritt, im Gebäude (kein Ex-Bereich), miteinenander verbunden und werden auf den Fundamenterder gelegt.
    Die Rohrleitungen gehen weiter durch den 1. Raum in den 2. Raum wo sich der Ex-Bereich befindet (Z.B. Zone 1).
    So, im Ex-Bereich sind dann alle metallisch Gegenstände, die 4 Rohre, die Stapa-Installationsrohre, Stahlkonstrutionen usw. mit einander durch den PA verbunden.

    Rein theoretisch würde ja selbst ein direkter Blitzeinschlag, im Außenbereich, in die Rohrleitung, schon an 2 Stellen vor der Ex-Zone abgeleitet werden.
    Mit einer Spannungsverschleppen in der Ex-Zone durch die Installationsrohr (NYM-Instalation) ist wohl nicht zu rechnen.


    Jetzt die Frage:

    Muss eine Zündfunkenfreiheit und der Schutz gegen selbstlockern der Verbindungen in der Ex-Zone bewiesen/nachgewiesen werden?

    Reicht dann die Standart-Erdbandschelle?


    Wenn ich kalkuliere, werden dann ca. 150-200 Stk. von den Schellen benötigt. (50€x200Stk.=10.000€ das nur für bischen PA)

    MfG Hannes 30001

  • Hallo, nun es ist bei allem hier schon mal die gute Absicht erkennbar :xmas: nun aber doch noch ein paar Anmerkungen: Die "4 Rohre" die aus dem Erdreich kommen sind an den Fundamenterder angebunden, dieses Kriterium ist also eine Schutzfunktion die regelmässig geprüft wird? Die vermeidung der Verschleppung in den ATEX Bereich wäre imho besser wenn eine Trennung vorhanden wäre, natürlich muss dann auch nach der Trennung geerdet werden, da geht es aber dann nicht mehr um die doch schwer beherschbaren Energien eines Blitzeinschlages. Also mir wär das doch wohler... :ja:

  • Hallo Sandschubser,

    zum Verständnis, hab ich vergessen -> die 4 Rohre sind im Erdreich isoliert aufgebaut und mit einem kathodischen Korrosionschutzes ausgerüstet.
    Die oberirdischen Rohrleitungen sind mit den unterirdichen Rohrleitungen über eine Trennfunkenstrecke verbunden.

    Die oberirdischen Rohrleitungen befinden sich dicht ander Fassade (Blechfassade) sie würden dann ca. 1m über Erdreich ins Gebäude gehen.
    Im Außen- und Innenbereich wären sie an den Fundamenterder angeschlossen bevor sie in den 2. Raum(Zone 1) gehen.

    Es stellt sich jetzt nur die Frage wie man den PA im EX-Bereich sieht.


    Zündfunkenfreiheit, selbstlockern usw. :gruebel:


    Ich wünsche euch allen ein schönes Wiehnachtsfest und falls wir uns nicht mehr hören auch einen Guten Rutsch ins neue Jahr :xmas: :xmas: :bia: :xmas:

  • Hallo Zillo09,

    zunächst einmal herzlich Willkommen bei uns im Forum!

    Zu Deiner Frage hat Exer ja schon fast alles gesagt, mit bleibt da nur ein bescheidener Rest....

    - Blitzschutzmaßnahmen sind durch die Betreiber sicherzustellen, ggf. in Verbindung mit einer ZÜS (dazu gibt es in der BetrSichV ein paar weitere Hinweise). Die dazu notwendigen Normen sind ja schon genannt.

    - Erdungsmaßnahmen (sind keine Blitzschutzmaßnahmen) unterliegen nicht den ATEX-Anforderungen und werden - auch das hat Exer bereits gesagt - nach den geltenden technischen Regeln durchgeführt.
    - Im Allgemeinen wird im Ex-Bereich ein zusätzlicher Potentialausgleich (ist auch kein Blitzschutz) gefordert, der "auch" nur nach den geltenden Nicht-Ex-Vorschriften ausgeführt wird.

    Hallo Günter und Forenmitglieder

    ich habe aktuell das selbe Problem.

    In Zone 21und 22 sind Edelstahl-Stahlpanzerrohre in offener Verlegeart bis DN25, die zur Kabelverlegung an EX-i Rauchmelder verwendet werden, örtlich in den Potentialausgleich einzubeziehen.

    Sind für diesen "örtlichen Potentialausgleich" spezielle Erdungschellen zu verwenden ?

    Müssen diese gegen Selbstlockern gesichert sein wie diese von Dehn 540104?

    Sind für Zone 21 die Blitzstromtragfähigen zu verwenden ? DEHN 540821


    Oder geht das gar mit dem Standard Typ DEHN 540912

    540910_ohne.jpg


    Über eine aktuelle Antwort wäre ich sehr erfreut.

    MfG

    Ex-Veit

  • Hallo Ex-Veit,


    freut uns, dass dich dein Weg auch zu uns ins Ex-Forum geführt hat!


    Für deinen "örtlichen Potentialausgleich" sind keine speziellen Erddungsschellen zu verwenden.

    Gegen Selbstlockern gesichert ist immeer sinnvoll wo Vibrationen oder Bewegung von Gehäuseteilen zu erwarten ist (fast immer).

    Ob deine Edelstahl-Stahlpanzerrohre an dieser Stelle der Anlage auch tragfähig für Blitzströme ausgelegt sein müssen, hängt vom Blitzschutzkonzept des Betreibers ab; siehe ältere Kommentare weiter oben.


    Beste Grüße,

    Geoffrey

  • Hallo Ex-Veit,

    auch ich möchte noch ein klein wenig ergänzen. Du findest hier bei uns im Forum mehrfach den Hinweis, das Erdungssysteme nicht den ATEX-Anforderungen unterliegen; das heißt aber nicht, das jeder machen kann was er will. :schlaumeier:

    Es sind die gültigen Errichtungsbestimmungen in der "normalen E-Technik-Welt" einzuhalten - und auch dazu findest Du bei uns immer wieder den Hinweis auf die Notwendigkeit einer Gefährdungsbeurteilung.

    Geoffrey hat hat schon einen sehr wesentlichen Punkt dazu genannt: Vibration. Aber es gibt noch mehr, ich will hier nur mal ein paar nennen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit): Korrosion (auch bei VA nicht völlig auszuschließen!), chemische Elemente beim Zusammenbau, Einwirkung von Feuchtigkeit (Regen oder aggressive Ingredienzien vor Ort), usw.

    Ein freundliches Glückauf!

    Günter :bau:

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