Klappen in Pulver-Lackieranlagen

  • Hallo,


    bisher tangierte mich der Explosionsschutz nur im Umfeld von lösemittelbelasteten Lackieranlagen.
    Jetzt werde ich mit einer Pulver-Lackieranlage konfrontiert, die auch noch Absperrklappen in den Kanälen hat, die zur Pulverrückgewinnungsanlage führen (Querschnitt ca. 60x60cm, Luftgeschwindigkeit ca. 20m/s).
    Mir wurden keine Vorgaben gemacht, dass die Klappen irgendwelche Ex-Schutz-Anforderungen erfüllen müssen. Da ich gesehen habe, dass bei Sandstrahlanlagen die inneren Bauteile der Strahlgutrückgewinnung und Staubabscheidung den Anforderungen der Zone 21 genügen müssen, folgere ich, dass es für meine „Pulver-Klappe“ auch sein müsste. Abgesehen davon erhält auch die Pulverrückgewinnungsanlage eine CO2 Brandunterdrückung.


    Bei meinen Recherchen bin ich auf den „ATEX-Leitfaden für die Armaturenindustrie“ vom VDMA gestoßen.
    Kann hier runter geladen werden:
    https://arm.vdma.org/documents…16-4667-9e35-603ad0dd95f9


    Im Abschnitt B 2. „Fallbeispiele für Armaturen und Antriebe“ findet man auf Seite 28 folgenden Text:
    Fall E: Die Armatur ist nicht in oder im Zusammenhang mit einem explosionsgefährdeten Bereich eingesetzt, besitzt keine eigene potentielle Zündquelle jedoch bestimmungsgemäß eine interne explosionsfähige Atmosphäre.


    Weil auf meine Klappe zutreffend, interpretiere ich für mich den Text folgend:
    Die Klappe wird NICHT in einer Ex-Zone eingebaut, jedoch innerhalb der Klappe kann eine explosionsfähige Atmosphäre entstehen. Wenn mein Klappenblatt geerdet ist und die Materialpaarung zum Gehäuse keine Funken reißen kann, dann bildet das Klappenblatt auch keine potentielle Zündquelle.


    In Folge schreibt der VDMA:
    Die Armatur nicht in den Anwendungsbereich der Richtlinie 94/9/EG. Es genügt das Konformitätsbewertungsverfahren nach relevanten Richtlinien. Es handelt sich um kein Gerät im Sinne der Richtlinie 94/9/EG.


    Für mich liest sich das so, dass die Klappe keine Ex-Anforderungen erfüllen muss, sondern nur die Maschinenrichtlinie, da sie pneumatisch oder motorisch betätigt werden soll.


    Kann das sein?
    Oder weiß jemand welche Vorschrift hier zwingend eine Ex-Zonen-Anforderung verlangt?


  • Weil auf meine Klappe zutreffend, interpretiere ich für mich den Text folgend:
    Die Klappe wird NICHT in einer Ex-Zone eingebaut, jedoch innerhalb der Klappe kann eine explosionsfähige Atmosphäre entstehen. Wenn mein Klappenblatt geerdet ist und die Materialpaarung zum Gehäuse keine Funken reißen kann, dann bildet das Klappenblatt auch keine potentielle Zündquelle.


    Ich sehe das anders. Deine Klappe wird in einem Kanal eingebaut, der explosionsfähige Atmosphäre enthalten kann.


    Wenn Du allerdings nach den geltenden Normen (bitte alle Punkte ansehen) feststellst, dass Deine Klappe keine eigene potentielle Zündquelle hat, kannst Du dieses auch in einer Herstellererklärung beschreiben.
    Nicht zu vergessen ist eine Betriebsanleitung, die ggf. die Auflagen zum sicheren Betrieb nennt.


    Mal eine etwas exotische Fehlerbetrachtung: Ein aufgesetzter Antrieb kann eine Welle, die sich in Ex-Atmosphäre bewegt, abreißen....

  • Ich bin da bei Günter wegen des Klappenantriebs. Die Passagen, die du aus der VDMA Papier zitiert, beziehen die sich auf Armaturen mit oder ohne Antrieb? Das macht schon einen Unterschied.