Conduit und flexible Verlegung

  • Hallo liebe Mitforisten,


    ich hoffe ihr hattet ein paar schöne Feiertage! Ich muss mich leider mal wieder mit einem Problem an euch wenden:
    Wir haben eine Class 1 Div 1 Roboteranwendung für den amerikanischen Markt geplant. Auf dem Arm des Roboters soll ein geeignetes Druckluftventil platziert werden. Leider haben wir bisher nur solche gefunden, die ein Conduit Kabelsystem verlangen. Durch die häufigen Bewegungen des Roboters wird allerdings eine starre Verrohrung der Kabel nicht möglich sein; gibt es eurer Ansicht nach irgendwelche Möglichkeiten (bspw. bestimmten Kabelverschraubungen o.ä.), die eine flexible Kabelverlegung erlauben und gleichzeitig die Anforderungen erfüllen?


    Eine schöne kurze Arbeitswoche wünsche ich allen

  • Hallo rjh,


    hast Du Dir schon den NEC 500 genau angesehen? Dort gibt es viele Hinweise zu diesem Thema.


    Und es gibt auch Einführungen flexibler Leiter über KLE, aber ob es bescheinigt sein muss oder ob es Anwendungsbezogen zu installieren ist, weiß ich nicht genau.

  • Hallo rjh,


    eine Möglichkeit die mir dazu einfällt wären die Schutzschläuche von Anaconda. Dazu bekommst du auch passende Kabelverschraubung. Im Katalog von ANAMET habe ich folgenden Text gefunden. Vielleicht hilft es dir weiter.


    "In Übereinstimmung mit der Direktive NEC 501-4b für Class 1 Division I, ist der Gebrauch von metallischem Schutzschlauch
    nicht erlaubt. Nur Kabel in festen Rohren mit Anschlusskasten oder speziell armiertes Kabel mit speziellen vergossenen
    (Barrier) Verschraubungen sind erlaubt.
    Für die Anwendungen in Class 1 Division II, Class 2 Division I und II, und Class 3 Division I und II, ist neben den fes-
    ten Rohren auch ein flexibler Schlauch erlaubt. Aber nur in dem Zusammenhang mit Verschraubungen, wenn diese
    Schutzschläuche und Verschraubungen eine UL Listung haben."


    Gruß
    Jens

    Es sind Finanzinteressen, die heute vornehmlich über das Reüssieren einer neuen Theorie entscheiden.

  • Der NEC gilt für die Elektriker die die jeweiligen Anlagen betreuen/aufbauen/verantworten. Für Gerätehersteller lohnt sich der NEC als "Blick über den Tellerrand" um zu wissen welche Schnittstellen man wie gestalten sollte. So sollten z.B. die Versorgungsspannungsanschlüsse für NEC konforme Lösungen geeignet sein, weil ja soetwas erst vor Ort durch den dort verantwortlichen Elektriker verbunden werden kann.


    Wenn Ihr als Gerätehersteller das equivalent zu einer Baumusterprüfung durchlauft und dieser Flex-Conduit von Anfang an zu eurem Gerät gehört, dann darf man wiederrum Lösungen im Einklang mit den halbwegs bekannten US-Varianten der Normen aus der 60079er Reihe verwenden. Die Hürde ist dann eben nicht der NEC, sondern der Prüfer von eurer NRTL (z.B. UL, CSA, FM, etc...). Was sich leider immer lohnt ist bei diesen sicherheitsrelevanten Teilen auf ein UL, RU, CSA Zertifikat zu achten.


    Der Sprung von unserem europäischen Normen in die Class/Division Welt beschränkt uns allerdings auf Class1/Div2 per "Equivalency Marking". Wie stark das zum Problem bei Div 1 wird, kann ich nicht sagen.