Oberflächenwiderstand Ethernet Kabel

  • Hallo,


    wir haben einen neuen optischen Sensor mit einer Ethernet-Schnittstelle entwickelt. Dieser Sensor ist in einem Ex-d Gehäuse eingebaut. Ich bin schon seit einigen Wochen mit unserem Zertifizierer am kämpfen bzg- die Zulassung für das Ethernet-Kabel. In unserer Anleitung steht ganz klar, dass die Norm EN60079-14 bei der Montage des Kabels berücksichtig werden sollte. Zudem steht in der Norm EN60079-0, 7.4.2, dass der Oberflächenwiderstand, gemessen nach 26.13 gleicher Norm, den Wert 10^9 ohm bei 50% relative Feuchte oder 10^11 ohm bei 30% relative Feuchte nicht überschreiten sollte.
    Gemäss Angabe des Kabellieferants hat dieses einen Oberflächenwiderstand von 10^10 ohm bei einer relativen Feuchte von 50% und gemessen nach DIN53482 (alte Norm).


    Unserer Zertifizierter meinte: "Da aber in der -14 keine Anforderungen zu finden sind, möchten wir die Leitung praktisch prüfen. Wir sehen das Kabel als Teil des Geräts und werden deswegen den Abschnitt 7.4.2 der -0 anwenden." und möchte gerne den Oberflächenwiderstand prüfen.
    Ich habe von einem anderen Zertifizierer gehört, dass es reichen würde, wenn in der Anleitung die EN60079-14 erwähnt wird und dass eine Messung des Oberflächenwiderstand nicht nötig wäre.


    Frage: was meint ihr dazu? Ich bin auf euren Meinungen gespannt :).


    Gruss Pablo

  • Hallo nochmals,


    ich habe gesehen, dass es bereits ein offenes Thema bzg. Ethenetkabel gibt. Hier handelt es sich aber um eine andere Zündschutzart und eine viel höhere Spannung. Unserer Sensor wird mit 24V betrieben und soll mit folgenden Zündschutzarten verkauft werden:
    II 2(1)G Ex d [op is Ga] IIC T6 Gb,
    II 2(1)D Ex tb [op is Da] IIIB T100 °C Db IP67


    Gerne höre ich eure Meinungen.


    Danke.


    Pablo

  • Hallo Pablo,


    wird Deine Leitung in der Zone 0 oder in der Zone 20 verlegt?


    Und wie dick ist der Außendurchmesser?


    Ein Datenblatt könntest Du als PDF an Deine Nachricht anhängen...

  • Hallo Günter,


    vielen Dank für deine Antwort. Nachfolgend die Antworten auf deine Fragen:


    - Die Leitung sollte höchstens in Zone 1 / 21, wie den Sensor, montiert werden.
    - Der Aussendurchmesser ist <10mm.
    - Datenblatt findest du im Anhang.
    - Das Kabel geht aus dem Ex-d Gehäuse heraus mit dem bereits zugelassenen Hinterteil des Gehäuses. Kein Stecker.


    Ich bin auf deiner/eurer Meinung gespannt.


    Nochmals vielen Dank.


    Pablo

  • Hallo Pablo,


    in der aktuellen IEC 60079-0:2017 (Edition 7) gibt es einen klaren Hinweis, der in der "alten" Norm nicht so einfach zu finden ist (es müssen mehrere unterschiedliche Normen dazu herangezogen werden), wie dick "rohränliche Gebilde", also auch Leitungen, in der Zone 1 sein dürfen - ohne sie zu prüfen.
    Und in der Zone 1 sind es 20 mm in IIC.


    [attach=1,'none','2']

  • Hallo Günter,


    ich habe hier die EN60079-0:2013. Unter 7.4.2 b) steht in dem letzten Satz "Anschlusskabel für externe Stromkreise fallen nicht unter diese Anforderung (siehe 16.7)". Wenn ich diesen Satz richtig interpretiere, kann ich mit der Tabelle 7 (Tabelle 8 bei IEC 60079-0:2017) nicht anfangen. Weiter steht unter 16.7 folgendes: "Elektrostatische Aufladungen an Kabelummantelung: Für die Anwendung dieser Norm ist die für den Anschluss an äussere Stromkreise verwendete Kabelummantelung nicht als nichtmetallische Gehäuse oder Teile von Gehäusen anzusehen, wie durch Abschnitt 7 beschrieben, und braucht den darin enthaltenen Anforderungen nicht zu entsprechen. Anmerkung: Informationen zu Risiken elektrostatischer Aufladung an Kabeln sind der IEC 60079-14 zu entnehmen". Unserer Prüfer sieht das Kabel als Sensorteil und möchte den Punkt 7.4.2 der -0 anwenden, weil in der -14 keine Anforderungen vorhanden sind. Da verstehe ich die Welt nichts mehr, interpretiere ich die Norm richtig? Meiner Meinung nach muss das Kabel nicht geprüft werden. Was meinst du dazu?
    Ich hoffe, es hat sich diesbezüglich in der neuen Norm gegenüber die -0:2013 nichts viel geändert. Ich habe gerade die -0:2017 bestellt.


    Vielen Dank nochmals.


    Pablo

  • Hallo Pablo,


    die Edition 7 hat sehr viele Änderungen, aber die meisten treffen für diese Geräte nicht zu...


    So lange Du nicht in der Zone 0 oder 20 bist (dort muss so gut wie immer gemessen werden), hast Du den richtigen Abschnitt zitiert. Meine Ausführungen kommen noch hinzu - das heißt, selbst bei Bestandteil des Gehäuses (dann trifft "Anschlusskabel" direkt nicht zu), bist Du mit dieser Tabelle auf der sicheren Seite.


    Ich bleibe dabei; Leitungen mit einem Durchmesser < 10 mm sind nicht zu messen! Und es würde sich auch wohl nichts aufladen lassen - insbesondere wenn der Oberflächenwiderstand, den Du weiter oben angegeben hast, auch nur ansatzweise zutrifft.


    Die Detailänderungen zur Edition 7 werde ich veröffentlichen, wenn der deutsche Weißruck erscheint.

  • Hallo Günter,


    vielen Dank für deine Antwort. Ich freue mich sehr zu hören, dass ich nicht so daneben gelegen bin :). Zusammenfassend werde ich die Messung nicht durchführen lassen und versuchen den Prüfer zu überzeugen. Ich melde mich nochmals sobald diese Geschichte eine Ende gefunden hat und werde ich dann über das Resultat berichten.


    Übrigens: ich habe bereits die neue IEC 60079-0:2017 gekauft und genau das gleiche gelesen wie bei der EN 60079-0:2013, einfach auf Englisch ;D.


    Gruss Pablo

  • Hallo,


    Wir haben die Sensoren mit dem ETH-Kabel zertifizieren können. Zusammenfassend müssten wir eine Oberflächenwiderstandmessung durch unserer Zertifizierer machen lassen. Da die Resultate unterhalb der Grenze liegen, war die Zertifizierung dieses ETH-Kabels kein Problem mehr.


    Gruss pablo