Prüftiefe wie festlegen?

  • Hallo,


    ich bin nun schon seit einiger Zeit mit dem Ex-Schutz bei uns betraut und nun kommt das Thema wiederkehrende Prüfung auf. Ich bin dafür entsprechend geschult worden, wenn man sich dann aber im eigenen Betrieb damit tiefer auseindersetzt kommen plötzlich doch wieder Fragen auf, auf die man erstmal keine Antwort hat.


    Ich stelle mir die Frage, wie ich die Prüftiefe für unsere Ex-Bereiche festlege. Ein Beispiel:

    Wir haben einen Batterieraum mit ca. 110 OPzS Zellen. Der Raum ist Zone 2 und die verbauten Geräte passen in Temp. Klasse, Gerätegruppe usw.

    Verbaut sind: Leuchtstofflampe, Lichtschalter, Brandmelder, Gaswarntransmitter, Signalhorn. Dann gibt es noch einen Fortluftventilator und eine Brandschutzklappe.


    Ab wann ist es nötig eine Detail- oder Nahprüfung durchzuführen? Anhand welcher Kriterien legt man das fest.


    Zweites Beispiel:

    Betankungsanlage für Helikopter im Außenbereich (Zone2) . Hier sind verbaut: Pumpen, Bedienkasten, Leuchtstofflampe, Ventile.

    Auch hier Frage ich mich anhand welcher Kriterien ich die Prüftiefe festlegen müsste.


    Vielen Dank schon einmal für eure Mühen.

  • Hallo,




    ich denke maßgeblich hierfür ist das Gerät und seine Zündschutzart. Bei einem Gerät mit Vergusskapselung "Ex m" genügt eine Sichtprüfung ob das Gehäuse noch ganz ist. Bei einem "Ex de" dagegen musst du schon aufschrauben und alle Dichtungen kontrollieren. Oder habe ich da etwas falsch Verstanden?

    Wissen tue ich es nicht und schließe mich der Frage an.


    grüße

    Mannemer

  • Tja


    Das wird leider nicht wirklich irgendwo konkretisiert. Die BetrSichV hat im §10 Abs.1 stehen das " die Arbeitsmittel während der gesammten Verwendungsdauer den für sie geltenden Sicherheits und Gesundheitsschutzanforderungen entsprechen und in einem sicheren Zustand erhalten werden" was allgemein so gedeutet wird das die Prüftiefe so tief sein muß das kritische Fehler zeitnah erkannt werden. Die TRBS 1201-1 ordnet die Bestimmung der Prüftiefe dem Arbeitgeber sprich Betreiber zu (siehe Punkt 4.2).

    Bei uns ( Chemiebetrieb) haben wir das so gelöst das wir ein Bewertungscluster gebaut haben in dem verschiedene Einflussgrößen berücksichtigt werden und am Ende eine Prüftiefe und ein Prüffrequenz herauskommt. Einflussgrößen sind z.B. Wetterexponierte Einbaulage, Zündschutzart, Art des Betriebsmittels , Komplexität des Betriebsmittels, rotierendes oder statisches Betriebsmitel u.s.w.


    Gruß

    Christian

  • Hallo Christian,


    danke für deine Antwort. In meinem ersten Beispiel geht es ja teilweise auch um Standard Elektrik, so wie Lichtschalter und Leuchtstofflampe etc.. Aus meinem Gefühl heraus hätte ich gesagt, dass hier eine Sichtprüfung reicht, da diese Betriebsmittel eigentlich nichts ausgesetzt sind. So hast du es ja auch beschrieben.

    Das mit dem Bewertungscluster ist eigentlich eine gute Idee. Vielleicht mache ich das auch mal. Habt ihr das so aufgebaut wie eine Gefährdungsbeurteilung mit einer Matrix?


    Gruß

    Andreas

  • Zumindest etwas sollte sich aus der EN 60079-17:2014 herauslesen lassen... Im hinteren Teil gibt es einige schöne Tabellen.... :constr:


    Explosionsgefährdete Bereiche – Teil 17: Prüfung und Instandhaltung elektrischer Anlagen (IEC 60079-17:2013); Deutsche Fassung EN 60079-17:2014

  • Ja so in etwa


    Jede Einflußgröße bekommt einen Zahlenwert zugewiesen und die die Summe die das Betriebsmittel am Ende erreicht, entscheidet über die Prüftiefe und den Intervall.


    Gruß

    Christian