Abstand von nicht Ex-Geräten vom Ex-Bereich

  • Zone 2 Gas


    Wenn ich nun einen Klappenstellmotor mit einer Jalousieklappe verbinde, schaut dort einen Klappenachse heraus.

    Außerhalb des Lüftungsgerätes bin ich im NICHT-EX-Bereich. Dort montiere ich meinen Klappenstellmotor

    Zwischen innerhalb und außerhalb ist eine Gummidichtung angebracht. (wie lange die hält ist unbekannt) oder teilweise nur das Kunststofflager.

    Normalerweise herrscht zwischen "innen" und "außen" ein Unterdruck (zumindest im Betrieb der Anlage) oder nur ein Überdruck im 20Pa-Bereich (bei der Fortluftklappe)


    Wie weit muß der Klappensteller vom Durchtritt in den EX-Bereich entfernt sein.


    Danke Mg

  • Hallo mg007,


    zunächst einmal herzlich Willkommen bei uns im Ex-Forum.


    So einfach sich Deine Frage anhört, so kompliziert ist jedoch die Beantwortung. :flamingdevil:


    Mir sind Abstandsregeln ohne weitere Betrachtung nicht bekannt.


    Du schreibst, Zone 2. Ich gehe mal davon aus, das Du damit innerhalb des Kanals die Zone 2 meinst. Und außerhalb des Kanals ist dann wohl keine Zone, richtig?


    Unterdruck im Kanal ist eine gute Maßnahme, um einen Gasaustritt zu verhindern. Ist diese Maßnahme wirksam, gibt es keine wesentlichen Anforderungen. Aber es ist zu überlegen, was beim Ausfall dieser Maßnahme zu tun ist. Eine mögliche Lösung wäre die elektrische Abschaltung der Klappe.

    Ist das nicht möglich, muss eine detaillierte Bewertung der möglichen Zonenverschleppung erfolgen - was aber sehr aufwändig sein kann. So ist es meistens wirtschaftlich viel besser, den Motor als Zone 2 - Gerät einzukaufen.


    In etwas gleiche Anforderungen gelten auch, wenn gelegentlich Überdruck innerhalb des Kanals auftreten kann.

  • Hallo Mg,

    es handelt sich hier um einen typischen Fall für eine Ex-Zonen-Verteilung. Im Innern einer Rohrleitung, Behälter oder in diesem Fall Lüftungskanal liegt eine Zone 2 vor. Durch die Wandung nach außen, haben wir außen keine Zone mehr. Es obliegt dem Explosionsschutzdokument im Rahmen der Bewertung diese Einteilung vorzunehmen, die die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Ex-Atmosphären feststellt und auch Leckagen u.a. an Dichtungen berücksichtigt. In deinem Fall benötigts du also eine Jalousie, die im Innern für Zone 2 geeignet ist. Da es sich i.d.R. um rein mechanische Teile im Innern der Jalousie handelt, haben Hersteller i.d.R. kein Problem, dies zu bestätigen (ist mir bei einer Klappe mit Hand- oder Elektroantrieb schon untergekommen). Würde daher versuchen, eine Bestätigung vom Hersteller zu erfragen.

    Viele Grüße aus HH

  • Danke für die beiden Antworten.


    Ich bilde mir nun folgendes dazu ein:

    A) Bestätigung habe ich vom Hersteller (aber nur für innerhalb des Lüftungsgerätes)

    B) Ich schalte aus technischen Gründen den Klappensteller sowieso ab (Motor mit Federrückzug)

    C) Bin der Meinung, daß bei ausgeschalteter Anlage keine EX-Gefährdung mehr auftreten kann, weil dann kein neues zündfähiges Gemisch mehr aus dem Arbeitsbereich nachströmen kann.


    von der Zonenverschleppung habe ich noch nie gehört. Wo gibts da was nachzulesen? Dann müßte ich ja bei einer Entlüftung nachweisen, wieweit die Schwaden tragen. Das ist allerdings technisch kaum machbar.

  • C) Bin der Meinung, daß bei ausgeschalteter Anlage keine EX-Gefährdung mehr auftreten kann, weil dann kein neues zündfähiges Gemisch mehr aus dem Arbeitsbereich nachströmen kann.

    Ich fürchte, hier liegst Du falsch. Nur für den Fall, dass Du immer einen "sicheren" Unterdruck in der Anlage hast, stimmt das. Wenn aber auch nur ein geringer Überdruck mit explosionsfähigen Gasen entstehen kann, musst Du diesen Fall sehr genau untersuchen und in einer Gefährdungsanalyse bewerten.


    Und das Abgasfackeln ebenfalls zu untersuchen sind, gehört bei uns zum Standard.:schlaumeier:

  • Zitat von Günter: "Ich fürchte, hier liegst Du falsch" kann ich bestätigen.
    ich hatte auch so ein Problem, das man ganz schnell mal übersehen hat.
    Die Lüftungsanlage der Ex-Maschine ging durch 2 Stockwerke über Dach, Die Anlage war abgeschaltet und die Mitarbeiter haben mit Isopropanol gereinigt. (Nasse Isopropanol-Lappen) Durch die Thermik der 2 Stockwerke wurde der UEG Alarm ausgelöst.
    Wohlgemerkt es gab keine Produktion. Auch dies ist bei einer Gefährdungsbeurteilung zu beachten. Gruß Roger

  • Hallo Mg,

    die IEC 60079-10-1 macht u.A. einige quantitative Aussagen zur Ausdehnung von Gaswolken aus Lecks. Diese bestimmt sich aus Freisetzungsrate und Lüftungsgrad. Ein Beitrag aus der Ex-Zeitschrift Fa. Stahl von 2010 (Link) setzt sich damit kritisch auseinander. Mit guter Chance handelt es sich um ein NE (negligible extent), d.h. das Leck führt zu einer entzündbaren Wolke mit "vernachlässiger Ausdehnung". Ggf. macht es Sinn, sich mit dem Ersteller des Explosionsschutzdokumentes in Verbindung zu setzen.

    Viele Grüße,

    Falk