Filterabreinigung

  • Hallo,


    ich bin vor kurzem auf dieses Forum aufmerksam geworden und möchte nun eine erste Frage in den Raum stellen.


    Kurz zu meiner Person: Ich bin als Ingenieur im Sondermaschinenbau in der mechanischen Konstruktion tätig und seit kurzem u.a. für Zündgefahrenbeurteilungen zuständig. Momentan bin ich damit beschäftigt vorhandene Beurteilungen zu aktualisieren und ggf. zu korrigieren. Nun zu meiner konkreten Frage:


    Unsere Anlagen enthalten oft selbstkonzipierte Filteranlagen und werden per Druckluft-Stoß abgereinigt. Dies ist ein gängiges Verfahren, auch im Ex-Bereich (Gas/Staub). Durch den Abreinigungsvorgang ist das Vorhandensein eine Staubwolke sehr wahrscheinlich. In der Vergangenheit haben wir auch externe Filteranlagen verbaut, wo die Abreinigung nur stattfinden durfte wenn keine Gaskonzentrationen vorhanden war. Eine genaue Erläuterung war der Dokumentation nicht zu entnehmen. Zitat aus BA: "verfahrenstechnische Zerlegung ohne Abreinigung bei gleichzeitigem Vorliegen von brennbaren Gasen"


    Wie ist der Vorgang der Filterabreinigung mittels Druckluftstoß hinsichtlich einer möglichen Zündquelle zu sehen?


    mfg Christian

  • Hallo Christian,


    zunächst einmal ein herzliches Willkommen bei uns im Ex-Forum.


    Zu Deiner Frage kann ich wegen Zeitmangel gerade nicht Stellung nehmen, sicherlich werden die Kollegen es übernehmen. :saint:

  • Hallo,


    so ich habe nun nochmal recherchiert und folgendes herausgefunden:


    Ein mit Staub beladener Filter, welcher mittels Druckluftstoß abgereinigt wird, erzeugt eine "Staubwolke". In dieser Wolke können Büschelentladungen nicht sicher ausgeschlossen werden. Zündwirksam für die Staubwolke selbst sind diese Entladungen nicht, aber gleichzeitig vorhandene brennbare Lösemitteldämpfe könnten gezündet werden, da deren MZE sehr niedrig sind. Damit sind bei Einsatz brennbarer Lösemittel Zündquellen vorhanden, was auf konstruktiven Ex-Schutz (Inertisierung, Druckfest, etc.) hinausläuft.


    Damit habe ich zwei Möglichkeiten. Entweder ich Spüle den Filter vor der Abreinigung mit Frischluft, um die Gaskonzentration unter die UEG zu bekommen oder ich akzeptiere die Zündquelle und sorge für konstruktiven Ex-Schutz. Für unsere selbstkonzipierten Filtern ist eine Spülung nicht möglich da Sie direkt in den Prozessbehälter integriert sind, allerdings ist der Konstruktive Ex-Schutz bereits vorgesehen, da der Prozessbehälter und seine Anbauten druckstoßfest ausgeführt sind.


    Ich bin dennoch weiterhin an Rückmeldungen interessiert.

  • Wir haben bei unseren Abgasmessgeräten, schon Entnahmesonden gebaut, bei denen der Sinterfilter anstatt mit Druckluft mit Stickstoff (N2) gespült wurde. Somit habe ich bei der Reinigung kein zündbares Gemisch mit Luft. Dies muss allerdings zum Prozess passen (sodass das N2 nicht stört) und N2 muss genügend vorhanden sein. Stickwort inertisieren.