Schutzzone Acetylen

  • Hallo zusammen,


    ich bin aktuell an meiner SiFa arbeit und bin durch den Corona etwas gebeutelt in meiner arbeit. Daher hoffe ich das mir hier jemand weiterhelfen kann.


    Es geht um ein Lager welches an einem Gebäude erstellt wird.

    Hier wurden bei einem Austritt bedenken geäußert, das bei einer Leckage die darüber führende 220kV bzw, 380kV Leitung ein Problem werden könnte.


    Meine herangehenweise wäre nun die Schutzzonen von Acetylen zu bestimmen und dann sagen zu können ja könnte was passieren man sollte das Lager vlt wo anderst hin setzen oder mit technischen Maßnahmen vlt was machen kann oder weitere Untersuchung notwendig sind. Oder auch ja alles gut.


    Mit ist bewußt das das ganze arg weit her geholt ist, da der Stromleitung ja das Gas erst mal egal ist solange es zu keinem Kurzschluss kommt ist ja nicht die ausreichende Energie da. Dennoch muss ich es untersuchen. Nun zu meinem Problem. Achja die Abstände nach DIN50341 sind eingehalten.


    Ich würde gerne so ein Bild einfügen in dem ich das Lager habe und die Schutzzonen eben darstellen mit ihren größen in m.


    Nun kann ich nichts zu dem Thema finden wie ich das bestimme. Wie wird das bestimmt? Oder gibt es sowas schon als Bild, das ich das Rad nicht neu erfinden muss?

    Kann über google viel Text finden ist aber für mich nichts wirklich greifbares dabei, da ich nicht sagen kann ob das speziel auf einen Fall angewendet wurde.


    Wäre toll wenn mir da jemand ein wenig Input geben könnte. Danke

  • Hallo Raab1880,


    wenn explosionsgefährdete Bereiche genau bestimmen will, ist folgende Norm anzuwenden:

    DIN EN 60079-10-1:2016-10 Explosionsgefährdete Bereiche - Teil 10-1: Einteilung der Bereiche - Gasexplosionsgefährdete Bereiche


    Es gibt aber auch in den Explosionsschutz-Regeln (DGUV Regel 113-001) der BG RCI eine

    Beispielsammlung zur Einteilung explosionsgefährdeter Bereich in Zonen in Anlage 4,

    in der man - nach Anwendungsbeispiel sortiert - Zoneneinteilungen mit Meterangaben entnehmen kann. Die Explosionsschutz-Regeln sind allgemein akzeptiert, jedoch von der Ausdehnung in Metern sehr konservativ ausgelegt.


    Vielleicht hilft dir letzteres schon einmal weiter...


    Beste Grüße,

    Geoffrey

  • Hallo Raab1880,


    zunächst einmal herzlich Willkommen bei uns im Ex-Forum.


    So trivial sich Deine Frage auf den ersten Blick anhört, so kompliziert ist sie. Eine Hochspannungsleitung ist auch eine HF-Quelle - und für die gibt es technische Regeln für Abstände. Ich bin aber unterwegs und kann nicht nachsehen, wo es genau zu finden ist.

    Es sind zwar parasitäre Effekte, aber wenn Du die Mindestzündenergie z.B. von Wasserstoff mit ca. 10 .. 15 µJ betrachtest, kommst Du bei feuchtem Wetter schnell in den kritischen Bereich.


    Daher ist es vom physikalischen Wesen her wichtig, ob es sich um Freileitungen oder um Kabel handelt. Das "Knistern", was man bei feuchtem Wetter an den Freileitungen hört, sind Korona-Entladungen - und es wäre zu untersuchen, ob diese zündfähig sind. Ich gehe mal davon aus...


    Selbst gesehen habe ich schon Elmsfeuer in Anschlusskästen bei 10 kV, dass ist wohl bei Methan nicht zündfähig. Aber das zu beweisen, ist eine Aufgabe unserer großen benannten Stellen für den Explosionsschutz (z.B. die PTB), das kann ich nicht. ;)

    Noch höheren Spannungen komme ich im Allgemeinen nicht so nah.


    Auch musst Du beachten, dass schon die elektrotechnischen Grundregeln einen Abstand von vielen Metern erfordern; auch die elektromagnetische Exposition (magnetische Feldstärke) ist zu beachten. Das könnte schon den Aufenthalt von Menschen in direkter Nähe unter einem Mast verbieten.