EG-Konformitätserklärung mit Erwähnung der angewandten ATEX-Normen/-Richtlinien & Verweis auf die EU-BMP

  • Hallo zusammen,


    ich würde gerne nachfolgend anhand eines Fallbeispiels eine Aussage treffen, ob dies zutreffend ist oder eine Nichtkonformität darstellen würde.

    Hierbei würde mir die Meinung von Fachkundigen wie euch, ein gutes Standbild vermitteln und ich bin sehr dankbar für Kommentare.


    Kürzel: UN = Unternehmen, EU-BMP = EU-Baumusterprüfbescheinigung, EG-K = EG-Konformitätserklärung, QSS = Qualitätssicherungssystem, GL = Geschäftsleitung, BA = Betriebsanleitung


    Fallbeispiel:

    Das UN A1 vertreibt bereits seit vielen Jahren erfolgreich Produkte am Markt und wächst stetig. Die Produkte werden hierbei selbst entwickelt, produziert bzw. montiert und vertrieben.

    Um breiter am Markt aufgestellt zu sein und das eigene Know-how weiter auszubauen, wurde nun im Rahmen eines Projektes der Schritt zum Thema ATEX eingeführt.

    Hierbei wurde abgeschätzt und beschlossen die Qualifizierung im Rahmen eines "Joint Ventures" aufzubauen, mittels Kooperation einer anderen Firma A2, die bereits Erfahrungen in dem Bereich aufweist, sowie ein eigenes QSS erfolgreich führt.

    Die Testreihen und Abnahme der notifizierten Stelle wurde nun erfolgreich abgewickelt. Nachfolgend geht es darum, dass UN A1 nun das Produkt am Markt vertreiben möchte.


    Entsprechend der Richtlinie werden hierzu 2 Betriebsanleitungen, 1x Standard & 1x auf ATEX bezogen, dem Produkt beigelegt. Des Weiteren werden auch 2 Typenschilder, auf dem Produkt angebracht. (1x typisch nach A1 & 1x der ATEX-Norm/Richtlinie entsprechend)

    Das Produkt wird so produziert, dass A1 die Montage und Lagerhaltung anwendet, unter Beobachtung und Abnahme des Endproduktes von A2. A2 fungiert klar als Hersteller und trägt auch die Verantwortung. Das UN A1, wohl im Fachgebrauch auch als sogenannter "De facto Hersteller", ist jedoch nicht bevollmächtigt und steht auch nicht mit in der EU-BMP. Das UN A1 erhält nach der Prüfung durch UN A2, dann das nach ATEX-Standard freigegebene Produkt zurück und kann dies am Markt vertreiben.


    Auf strategische Sicht und sofern sich das Produkt gut am Markt etabliert, ist natürlich angedacht, ein eigenes QSS aufzubauen und anschließend die EU-BMP auf das UN A1 umschreiben zu lassen.


    Da wie voraussichtlich jedem UN die Marketingzwecke und der Vertrieb essenziell sehr wichtig sind, hat nun unsere GL einen Einwand in Bezug auf die EG-K aufgebracht. Diese würde nun gerne in der eigenen EG-K auf die ATEX-Normen und Richtlinien verweisen, welche Angewandt bzw. herangezogen wurden. Hierbei ist wichtig zu erwähnen, dass UN A1 sich nicht als Hersteller ausgibt, sondern lediglich auf die Produktion & Entwicklung verweist. Des Weiteren beschreibt UN A1 nur die Kennzeichnung mittels der EU-BMP auf den Produkten. Die EG-K des Herstellers A2, würde natürlich der BA angehängt und jedem Produkt beigelegt werden.


    Fallbeispiel Ende.


    Ich habe bisher divers in der Richtlinie, sowie Leitlinien und einigen Foren, bzw. ähnlichen Fallbeispielen recherchiert. Die Meinung hierzu scheint auf den ersten Blick klar zu sein, sofern man sich an der Richtlinie orientiert.

    Da wir aber ein reelles Beispiel eines anderen UN vorliegen haben, welches dies ähnlich wie oben beschrieben anwendet, bestehen nun für uns Zweifel an der gebildeten Meinung.


    Aus diesem Grund bin ich sehr gespannt auf Aussagen zu diesem Thema und freue mich auf eure Antworten.

    MfG

    Toby