Beiträge von Marco S.

    Hallo,


    bisher tangierte mich der Explosionsschutz nur im Umfeld von lösemittelbelasteten Lackieranlagen.
    Jetzt werde ich mit einer Pulver-Lackieranlage konfrontiert, die auch noch Absperrklappen in den Kanälen hat, die zur Pulverrückgewinnungsanlage führen (Querschnitt ca. 60x60cm, Luftgeschwindigkeit ca. 20m/s).
    Mir wurden keine Vorgaben gemacht, dass die Klappen irgendwelche Ex-Schutz-Anforderungen erfüllen müssen. Da ich gesehen habe, dass bei Sandstrahlanlagen die inneren Bauteile der Strahlgutrückgewinnung und Staubabscheidung den Anforderungen der Zone 21 genügen müssen, folgere ich, dass es für meine „Pulver-Klappe“ auch sein müsste. Abgesehen davon erhält auch die Pulverrückgewinnungsanlage eine CO2 Brandunterdrückung.


    Bei meinen Recherchen bin ich auf den „ATEX-Leitfaden für die Armaturenindustrie“ vom VDMA gestoßen.
    Kann hier runter geladen werden:
    https://arm.vdma.org/documents…16-4667-9e35-603ad0dd95f9


    Im Abschnitt B 2. „Fallbeispiele für Armaturen und Antriebe“ findet man auf Seite 28 folgenden Text:
    Fall E: Die Armatur ist nicht in oder im Zusammenhang mit einem explosionsgefährdeten Bereich eingesetzt, besitzt keine eigene potentielle Zündquelle jedoch bestimmungsgemäß eine interne explosionsfähige Atmosphäre.


    Weil auf meine Klappe zutreffend, interpretiere ich für mich den Text folgend:
    Die Klappe wird NICHT in einer Ex-Zone eingebaut, jedoch innerhalb der Klappe kann eine explosionsfähige Atmosphäre entstehen. Wenn mein Klappenblatt geerdet ist und die Materialpaarung zum Gehäuse keine Funken reißen kann, dann bildet das Klappenblatt auch keine potentielle Zündquelle.


    In Folge schreibt der VDMA:
    Die Armatur nicht in den Anwendungsbereich der Richtlinie 94/9/EG. Es genügt das Konformitätsbewertungsverfahren nach relevanten Richtlinien. Es handelt sich um kein Gerät im Sinne der Richtlinie 94/9/EG.


    Für mich liest sich das so, dass die Klappe keine Ex-Anforderungen erfüllen muss, sondern nur die Maschinenrichtlinie, da sie pneumatisch oder motorisch betätigt werden soll.


    Kann das sein?
    Oder weiß jemand welche Vorschrift hier zwingend eine Ex-Zonen-Anforderung verlangt?

    Danke Günter für die schnelle Antwort. :gut:


    Du hast meine heile naive Welt wieder zurückgebracht in die streng reglementierte Realität. :snoopy:
    Ich hatte davon geträumt, dass das was damals für Ex-Zone 2 gut genug war heute immer noch gut genug ist.


    Daraufhin begab ich mich in den WeltWeitenWald, um mich zu finden - fand aber nur das hier:
    https://www.ptb.de/cms/metrolo…ausgelaufenen-normen.html
    Auf dieser Internetseite wird Deine Betrachtung weitgehend bestätigt und es gibt auch von der Physikalisch-Technische Bundesanstalt ein Merkblatt "Ausstellung von EG-Konformitätserklärungen nach EU-Richtlinie 94/9/EG nach dem Erscheinen einer neuen Normenausgabe" zum Runterladen.


    viele Grüße

    Hallo Leute,


    1987 wurde eine Absauganlage gebaut deren Motor in Zone 2 betrieben werden darf. Die Dokumentationen zu dieser Anlage existieren nicht mehr. Der Kunde mailte mir anhängendes Typenschild vom Motor (wahrscheinlich 5,5 kW).


    Die Absaugung steht in einer Auto-Lackiererei und entlüftet die Füller-Plätze. Der Kunde muss anscheinend gemäß ATEX 137 diesen Arbeitsplatz bewerten und möchte nur bestätigt haben, dass der Motor die Anforderung "Ex II 3G T3" erfüllt.


    Da ich mich nur am Rande mit dem Ex-Thema beschäftige, bin ich diesbezüglich nicht sonderlich sattelfest. Meines Erachtens nach, erfüllt doch dieser Motor auch noch heute die Anforderung "Ex II 3G T3".
    Oder liege ich da falsch?


    schon mal vielen Dank und Grüße

    Hallo Exer,



    Vom Gefahrstoffcontainer habe ich zwischenzeitlich eine komplette Dokumentation studieren können. Deren Ausführung unterscheidet sich kaum zu meinen bisherigen Überlegungen.
    Bei Aufbauten ohne Zulassung prüft anscheinend ein Sachverständiger vor Ort, inwieweit der Brandschutz korrekt ausgeführt wurde. Im Zweifelsfall wird man wohl diesen im Vorfeld um seine Meinung bitten müssen, zumal wir das Lacklager komplett selbst aufbauen werden.


    Was den Brandschutz betrifft, sind meine Unbekannten vorläufig geklärt.


    Zitat

    Was ist am Lacklager maschinenmäßig?


    Viele unserer Lackieranlagen bestehen aus mehreren Anlagenteilen, die alle über einen Schaltschrank / SPS gesteuert werden (z.B. Vorbereitungsplätze + Spritzkabine + Trockner, etc.). Ein Lackmischraum erhält einen Ventilator als technische Entlüftung mit der entsprechenden Sicherheitsüberwachung. Das hängt auch am Schaltschrank und wird in der Konformitätserklärung der Gesamtanlage mit aufgeführt.
    Da die technische Entlüftung des Lacklagers auf die gleiche Art realisiert werden soll, müsste meines Erachtens nach auch hier die CE-Richtlinien angewendet werden.



    Zum zweiten Teil:


    Die Lackierkabinen werden als Zone 2 betrieben gemäß EN 12215 bzw. 13355.


    Das mit den Schalldämpfern habe ich in der „RLT–RICHTLINIE 02 Explosionsschutzanforderungen an Raumlufttechnische Geräte“ gefunden mit folgendem Text:
    5.8 Schalldämpfereinheit
    • Metallische Teile von Schalldämpfern sind in die Potenzialausgleichsmaßnahme einzubeziehen.
    • Nichtleitende Teile unterliegen den Flächenrestriktionen entsprechend DIN EN 13463-1. Um statische Aufladung z. B. an der Glasseidenabdeckung zu vermeiden ist zusätzlich eine Metallgitterabdeckung (z. B. Lochblech) vorzusehen, die in die Potenzialausgleichsmaßnahme einzubeziehen ist. Diese Maßnahme ist nicht zwingend für die Gerätekategorie 3G erforderlich.


    Diese nicht zwingend erforderliche Maßnahme findet sich auch wieder in der Tabelle 9 der DIN EN 13463-1.


    Das mit den Filtern war ein fortführender Gedanke meinerseits, da in allen Lackieranlagen (weltweit) das gleiche Filtermaterial verwendet wird. Das ist häufig mehrere qm groß und hat keine Erdungsmöglichkeiten. Ich nehme mal an, dass sich auch Filtermaterial den Gesetzten der statischen Aufladung nicht entzieht.


    Zitat

    oder installiert ein "normale" und macht eine ZGB,


    Ich nehme an, das ZGB = Zündgefahrenbewertung ist.
    Ausgehend von den zuvor aufgeführten Punkten (Filter, Schalldämpfer), vermutete ich schon, dass es auch bei BSK’s auf die ZGB hinausläuft.



    Vielen Dank für Deine Unterstützung. So langsam bekomme ich ein Gefühl dafür, wie man mit diesen Sicherheitsthemen umgeht.

    Hallo Leute,


    In der BGI 740 für Lackierräume gibt es ein paar Hinweise zu Lacklagern. Im Wesentlichen aber nur der Verweis auf die DIN 4102.
    In der BGI 557 für Lackierer gibt es etliche Hinweise zu diversen TRGS.
    Auch bei der TRBS-2152_Technische_Regeln_Betriebssicherheit_Ex finde ich keine Infos wie folgendes Problem betrachtet werden könnte.



    Zwar geht es im ersten Teil eher um Brandschutz, vielleicht weiß doch jemand was:


    Es gibt Gefahrstoffcontainer aus Sandwichpaneelen mit Steinwollfüllung und mit einer zertifizierten Ex- und Brandschutzzulassung.
    Will man nachträglich eine Be- und –Entlüftung einbauen, sind Brandschutzklappen (BSK) in die Wände einzubauen.
    Die Hersteller der BSK geben Einbauhinweise für Leichtbauwände in ihren Dokumentationen an, aber keine für Sandwichpaneelen.
    Die telefonischen Aussagen der BSK-Hersteller, ob die Sandwichpaneelen den Leichtbauwänden gleich zu setzen sind, werden ziemlich schwammig gehalten. Dieser Fall sei zu selten, als das man Sandwichpaneelen in die Zulassung mit aufnimmt.


    Weiß jemand ob man die Sandwichpaneelen den Leichtbauwänden gleich setzen kann?
    Selbstverständlich wird der gesägte Durchbruch im Sandwichpaneel mit Blechprofilen eingefasst, bevor die BSK eingebaut wird.


    Wenn das korrekt ausgeführt wurde, behält der Gefahrstoffcontainer dann noch seine Zulassung?
    Bzw. was muss zur korrekten Ausführung erfüllt werden, damit der Gefahrstoffcontainer seine Zulassung nicht verliert?



    Anderer Gedanke – es wird kein zertifizierter Gefahrstoffcontainer verwendet, sondern eine Einhausung innerhalb einer Halle selber gebaut, mit F90-Sandwichpaneelen.
    Reicht es aus, wenn das Lacklager in der Herstellererklärung gemäß Maschinenrichtlinie CE zusammen mit der Lackieranlage aufgeführt wird?
    Mit den Lackmischräumen, die keine F90-Anforderung erfüllen, machen wird das auch so.



    Jetzt der zweite Teil der sich auf Ex-Schutz beschränkt:


    Seither sah man bei uns im Haus nicht die Notwendigkeit BSK mit Ex-Zulassung bei Lackieranlagen zu verwenden. Üblicherweise werden die meisten BSK nur mit Schmelzlot und bestenfalls Endlagenschalter außerhalb verwendet, gelegentlich aber auch mal welche mit Federrückstellantriebe.


    Streng genommen hat man zumindest im gesamten Abluft-/Fortluftkanal die Ex-Zone 2 während des Lackierbetriebs. Bei den verwendeten Schalldämpfern werden aber auch keine besonderen Ex-Maßnahmen getroffen. Irgendeine Vorschrift besagt, dass bei Lackieranlagen für Zone2 die Schalldämpfer keine besonderen Vorkehrungen zur Ableitung der statischen Elektrizität benötigen, da im allgemeinen die Zündenergie zu gering sei. Auch die verwendeten Filtermaterialien erfüllen meines Wissens nach keine besonderen elektrischen Eigenschaften.
    Diese Überlegung kann man meines Erachtens auch auf das Klappenblatt der BSK (manchmal bis zu 1m² groß) übertragen, der Rest ist ja metallisch. Elektrische Bauteile sind außerhalb, ausgenommen das Thermoelement bei Klappen mit Federrückstellantrieb.


    Die gleichen Überlegungen sollten sich doch auch 1:1 auf Lacklager und Lackmischräume der Ex-Zone 2 übertragen lassen mit technischer Entlüftung.


    Sieht hier jemand eine Denkfehler in meiner Auslegung bzw. die Notwendigkeit BSK in Ex-Ausführung einzusetzen?

    Hallo Exer,


    Danke für die Info


    Du schreibest:

    Zitat

    Hier wären schon die verschiedenen Betriebsbedingungen interessant damit bei geschlossenen/offenen Klappen keine Stoffansammlung in nicht belüfteten Bereichen stattfinden kann. Seit ihr der Kabinenhersteller?


    Ja, wir sind der Lackieranlagenhersteller.
    Wenn die Klappen geschlossen sind, dann ist in den unbelüfteten Bereichen nicht mehr mit Lösemittelresten zu rechnen. Lediglich im Abzweig zum Pumpensumpf könnte sich was ansammeln. Die Gefahr lässt sich minimieren, in dem ich die Anlage dort etwas „Falschluft“ ziehen lasse.
    Die Klappen möchte ich nicht luftdicht schließen lassen, damit Restwasser noch ablaufen kann und wenn durch die Klappen ein paar Liter “Falschluft“ gezogen werden, dann stört das auch niemanden.


    Du schreibst:

    Zitat

    Festo sieht hier nur seine (saubere) Luft.


    Meinst Du damit, würde ungereinigte Druckluft durch die Schläuche strömen, dann bestünde ein erhöhtes Risikopotential von sich statisch aufladenden Schläuchen?


    In diesem Zusammenhang stellt sich mir gerade noch die Frage:
    Wie verhält es sich mit der statischen Aufladung durch Kabinenabluft (Umluft), wenn diese durch Betonkanäle von der Kabine zum Lüftungsaggregat geführt wird. Der Betonbauer sagt, das im Zweifelsfall trockener Beton nicht elektrisch leitfähig ist. Dem Betonbauer elektrisch leitfähigen Beton vorzugeben halte ich für unnötig.
    Gelegentlich hört man von den Serviceleuten, dass teilweise der Overspray zentimeterdick in den Gruben und Abluftkanälen hängt.


    Wird sowas bei explosionsschutztechnischen Betrachtungen irgendwie berücksichtigt?



    Grüße Marco

    Hallo Günter,


    im Anhang ein Entwurf zur Reinigungs- und Lackieranlage als pdf.


    Du schreibst << Konformitätsbewertungsfahren "Interne Fertigungskontrolle" nach RL 94/9/EG >>


    Im WWW finde ich dazu im Wesentlichen folgende Aussage:
    << Interne Fertigungskontrolle durch den Hersteller + Überwachung der Abnahme durch benannte Stelle >>
    Schaue ich mir aber den Anhang VIII in der alten oder der neuen ATEX-Richtlinie oder auch in der Maschi-nenrichtlinie an, scheint inhaltlich überall das Gleiche beschrieben zu sein. Die „benannte Stelle“ kann auch ein Mitarbeiter des Unternehmens sein.
    So gesehen scheint es ausreichend zu sein, wenn ich für dieses einmalige Bauteil eine Gefahrenanalyse gemäß DIN-EN-13463-1 und 13463-5 (Nicht-elektrische Geräte für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen) intern im Haus mache und dann in der Dokumentation an den Kunden diese Normen zitiere.



    Pneumatikzylinder und Endlagenüberwachung sind als Ex-Bauteile problemlos zu beschaffen und auch ein-geplant. Ob im Fall Lackieranlage der Pneumatikzylinder tatsächlich in Ex ausgeführt sein muss halte ich für fraglich, insbesondere wenn das metallische Gehäuse + Kolbenstange sich erden lassen.


    Betrachtet man mal das lüftungstechnische Bauteil Schalldämpfer, so steht in der RLT-Richtlinie 02 unter 5.8 Schalldämpfereinheit:
    • Metallische Teile von Schalldämpfern sind in die Potenzialausgleichsmaßnahme einzubeziehen.
    • Nichtleitende Teile unterliegen den Flächenrestriktionen entsprechend DIN EN 13463-1. Um statische Aufladung z. B. an der Glasseidenabdeckung zu vermeiden ist zusätzlich eine Metallgitterabdeckung (z. B. Lochblech) vorzusehen, die in die Potenzialausgleichsmaßnahme einzubeziehen ist. Diese Maßnahme ist nicht zwingend für die Gerätekategorie 3G erforderlich.


    Ein großer Pneumatikhersteller sagt in seiner Herstellererklärung das Schläuche unter Drm.20mm keine EX-Zulassung benötigen beim Einsatz in Zone 1+2 - siehe hier: ****://www.festo.com/net/de_de/SupportPortal/Downloads/250878


    Unter diesen Aspekten benötige ich wahrscheinlich nicht einmal antistatische Kunststoffführungen für die Klappe.
    In der EN 13463-1:2001 ist in Tabelle 2 angegeben, das „Zulässige projizierte Flächen für nicht leitende Teile von Geräten, die elektrostatisch geladen werden können“ keinem Grenzwert (Flächenrestriktion) unterliegen für Kategorie 3.


    Zum Thema Explosionsschutz steht in der DIN EN 13355 (Beschichtungsanlagen - Kombinierte Spritz- und Trocknungskabinen - Sicherheitsanforderungen) relativ wenig zu „nichtelektrische Geräte“
    5.8.2 Explosionsschutz
    Durch die Anforderungen ist sicherzustellen, dass
    * durch die technische Lüftung die Konzentration an brennbaren Stoffen unterhalb 25 % der UEG gehalten wird,
    * Zündquellen entweder vermieden oder reduziert sind (siehe EN 1127-1).
    unter „5.8.2.3.3 Nichtelektrische Ausrüstung „ wird wiederum folgendes geschrieben:
    Die Ausrüstung muss den Anforderungen in EN 13463-1 und EN 13463-5 entsprechen.


    Für mich schließt sich hier wieder der Kreis zu << Konformitätsbewertungsfahren "Interne Fertigungskontrolle" nach RL 94/9/EG >> (siehe oben).



    Allerdings bin ich mir ziemlich unsicher wie es sich verhält, wenn Bauteile mit Ex-Anforderungen wechselweise Schmutzwasser ausgesetzt werden, dem unbekannte chemische Reinigungsstoffe beigemischt sind. Die EN 1127-1 liegt mir (noch) nicht vor.


    Im NORMALBETRIEB "Spritzen" besteht die Zündfähigkeit nur im näheren Umfeld der Spritzpistole und dem frisch aufgetragen Lack. Zumindest rechnerisch sind die Lösemittel weit unterhalb der UEG verdünnt, sobald sie durch die Bodenberostung hindurch abgeführt werden.
    Im Störfall wird die Spritzluft abgeschaltet und die Einbringung von lösemittelhaltigen Stoffen auf eine andere Art und Weise ist nicht bestimmungsgemäß und somit nicht zulässig. Darauf wird in der Betriebsanleitung hingewiesen.


    Hat der Lackieranlagenhersteller somit seine Schuldigkeit getan ?
    Oder ist meine Überlegung lückenhaft und möglicherweise findet irgendein Winkeladvokat oder Sicherheitsbeauftragter einen Ansatzpunkt das Ganze zu zerlegen ?


    Hat jemand da draußen Erfahrungen aus der sicherheitstechnischen Praxis ?


    Grüße
    Marco

    Hallo Ex-Gemeinde


    * Abwasser-Absperrschieber ohne Ex-Zulassung im Ex-Bereich Zone 2 einer Lackierkabine. *


    Ein Kunde der Schwerindustrie soll eine Lackierkabine erhalten in der ziemlich große und unterschiedliche Teile vor dem Lackieren mit Hochdruckreiniger (Wasser + unbekanntes Reinigungsmittel) gesäubert werden. Die Abluft und das Abwasser werden über die gleichen betonierten Gruben und Kanäle im Boden wieder abgeführt.
    Für sehr große und weniger große Teile ist die Kabine unterteilt. Zur lufttechnischen Abtrennung sollen pneumatisch betätigte Klappen im Boden eingebaut werden. Die üblichen lufttechnischen Jalousieklappen mit oder ohne Ex-Zulassung sind nicht geeignet für eine nasse Umgebung - schon gar nicht wenn diese mit Schmutz und Reiniger belastet ist.
    In der Abwassertechnik gibt es Absperrschieber dessen Prinzip mir geeignet erscheint. Hier ein Link zu einer Internetseite, damit ihr sehen könnt was ich meine:
    ****://www.tct-schachttechnik.de/de/produkte/06-regel-und-absperrtechnik.html


    Damit Restwasser in der Grube auch bei geschlossener Klappe abfließen kann, erscheinen mir Dichtungen überflüssig. Ich denke daran die Klappe sehr einfach auszuführen, mit einem VA-Blech geführt in antistati-schen Kunststoffführungen und angetrieben durch einen langsam laufenden Pneumatikzylinder.
    Die Gesamtanlage "Lackierkabine" erhält gemäß DIN-EN-13355 (Beschichtungsanlagen - Kombinierte Spritz- und Trocknungskabinen - Sicherheitsanforderungen) eine CE-Kennzeichnung - die Klappe allein nicht, da sie Bestandteil der Gesamtanlage ist.


    Reicht es aus, wenn ich für dieses einmalige Bauteil eine Gefahrenanalyse gemäß DIN-EN-13463-1 und 13463-5 (Nicht-elektrische Geräte für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen) intern im Haus mache und dann in der Dokumentation an den Kunden diese Normen zitiere?


    Oder muss man in solchen Fällen größeren Aufwand betreiben?


    Schon mal vielen Dank im Voraus.