Beiträge von Normierer

    Hallo emroko,


    ich gehe mal davon aus, dass in deiner Bestellung deine Aufgaben, Rechte und Pflichten genannt sind. Halte dich daran (also wie schon gesagt kein Vorsatz und keine grobe Fahrlässigkeit), und alles ist gut :gut:


    Wenn die nicht näher definiert sind, hast du m. E. nach (bin kein Jurist) auch nicht viel zu befürchten, aber ich empfehle dann mit dem Arbeitgeber eine Klärung herbeizuführen, damit im Zweifelsfall nicht auch ohne äußeren Anlass unterschiedliche Erwartungen an deine Tätigkeit aufeinanderprallen.


    Den Hinweis mit der Haftpflichtversicherung finde ich sehr gut, hatte ich auch mal eine Zeit lang. Macht aber nicht jede Firma...


    Gruß


    Normierer

    Hallo zusammen,


    bei der Umstellung von der 60079-15 "n" auf die 60079-7 "e" ist ja in Kapitel 4.3 und 4.4 unter anderem folgender Satz hinzugekommen:


    "Sofern nichts anderes in dieser Norm gefordert wird, gelten die vergrößerten Luftstrecken [bzw. Kriechstrecken für 4.4] für Schutzniveau-"ec"-Geräte nur an Netzstromkreisen und zwischen isolierten Schaltkreisen."
    Leider fehlt in dem Satz jede Referenz auf ein Kapitel oder eine Tabelle. Auch das ExTAG Decision Sheet DS-2016-001 zu diesem Satz gibt nur eine genauere Definition der Begriffe Netzstromkreise und isolierte Schaltkreise, aber keinen Hinweis darauf, welche Luftstrecken mit den "vergrößerten Luftstrecken" gemeint sind.


    Meine Interpretation: Bei Netzstromkreisen und zwischen isolierten Schaltkreisen müssen die Luft- und Kriechstrecken nach Tabelle 2 der 60079-7 angewendet werden. Bei allen anderen Schaltkreisen können die Luft- und Kriechstrecken der entsprechenden Industrienorm verwendet werden.


    Wer bietet mehr? ;D

    Erst mal vielen Dank an alle für die schnelle Hilfe.


    Ohne gerade auf die Unterlagen schauen zu können unterstellen wir mal, dass bei meinem Problem der Fall e. (Gerät mit einem geerdeten Stromkreis) vorliegt. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass die Spannungsfestigkeit dann nicht geprüft werden kann. Nichtsdestotrotz wird sie aber in der 60079-7 generell gefordert. Und das ist auch der Kern meiner Frage:


    Welche Möglichkeit hätte ich denn meine Sichtweise zu untermauern, wenn eine beliebige nicht näher bezeichnete Prüfstelle den Kopf ausschaltet und sagt "In der Norm steht die Prüfung drin, also musst du sie auch durchführen. Punkt."? :wall:


    (Bitte kommt nicht mit dem Vorschlag, mir dann eine vernünftige Prüfstelle zu suchen :freude:)

    Hallo zusammen,
    ich habe gerade einen Knoten im Kopf, und ich hoffe, dass den jemand hier im Forum durchschlagen kann...


    Es geht um ein Gerät mit einer Betriebsspannung von 24 V und Funktionserde, welches nach "Ex ec" bewertet werden soll, aber die Frage ist grundsätzlicher Natur:
    Nach DIN EN 60079-7, Kapitel 6.1, ist die Spannungsfestigkeit durch Prüfung nachzuweisen. In diesem Beispiel mit 500Veff. Aber wie kann ich die Spannungsfestigkeit zwischen den Versorgungsklemmen und der (Funktions-)Erde nachweisen? Aufgabe der Erdung ist es doch dafür zu sorgen, dass gar keine hohen Spannungen an den mit Erde verbundenen Teilen auftreten können? Die 60079-7 lässt sich aber auch nicht darüber aus, an welcher Stelle bzw. zwischen welchen Potentialen/Klemmen die Spannungsfestigkeit nachzuweisen ist?? Wo ist mein Denkfehler???


    Schon einmal vielen Dank im Voraus.


    Gruß


    Normierer

    Hallo RLT,


    ohne mehr Informationen (sprich: grafische Darstellung der Zonen und/oder Gefährdungsbeurteilung nach §5 Arbeitsschutzgesetz bzw. §6 Gefahrstoffverordnung) kann man wohl keine auf den Einzelfall abzielende Aussage treffen... :gruebel:

    Hallo Matt81,


    zunächst habe ich mal eine grundlegende Frage: Bist du Hersteller von Klemmenkästen oder willst du als Betreiber Klemmenkästen einsetzen? Die Antwort von Goofy gilt m. E. nach für Hersteller, die von Corbit für Betreiber. Ein bisschen mehr Info wäre daher nicht schlecht...


    Gruß


    Normierer

    Ich würde die Frage gerne umformulieren in "...Neubewertung hätte schon längst durchgeführt werden müssen."


    Formal darf Ex nL bei ATEX ja schon lange nicht mehr angewendet werden =>


    - Bewertung der Änderungen von 60079-15:2004 auf 60079-15:2011
    - Ggf. zusätzliche Tests oder Dokumentation falls erforderlich
    - Neue Typenschilder mit aktuellem Ex-Marking
    - Neu EU-Konformitätserklärung mit aktuellem Normenstand

    Zunächst einmal vielen Dank für die ausführlichen Kommentare.


    Ohne die detailierte Betrachtung nach den Punkten 1. bis 7. von Günter in dieser Ausführlichkeit gemacht zu haben war ich auch zu dem Schluss gekommen, dass bei Einhaltung von 5. in dem speziellen mir vorliegenden Fall (nur ein eigensicherer Stromkreis) keine Gefährdung besteht. Trotzdem war ich mir unsicher, da mir auch die -14 meiner Meinung nach nicht sagt, wie ich mich als Hersteller in dem Fall zu positionieren habe. Vermutlich werde ich es nach einem Abwägungsprozess "zulassen".


    Ich möchte an dieser Stelle Sandschubser zitieren: "Ich mag's nicht."


    Interessensfrage: Wie würdet ihr denn den Fall bewerten, wenn jemand, warum auch immer, zwei "e"-Leitungen auf eine "e"-Klemme legen will (Quetschverbinder, Zugsicherung wie unter 5. beschrieben)?

    Hallo Cummunity,


    eine Prüfstelle hat mich darauf hingewiesen, dass Geräte für USA (prinzipiell unabhängig von Ex, also auch für Ordinary Location)
    a) immer mit Conduits angeschlossen werden müssen
    b) Die Conduits in der selben Weise wie die Geräte geerdet werden müssen
    c) eine äußere Erdung (z. B. Potentialausgleichsschlingen) nicht zulässig ist


    Somit wäre es generell nicht möglich Plastikgehäuse zu verwenden, wenn die Gewindebohrungen für die Conduits nicht über Metall-Einsätze verfügen, die mit der Geräte-Erdung verbunden sind.


    Leider konnte mir die Prüfstelle auf Nachfrage nicht sagen, wo genau das im NEC stehen sollte, und ich habe es auch nicht gefunden. Hat da schon jemand Erfahrungen gemacht? Das würde mich sehr helfen.


    Gruß


    Normierer

    Hallo Community,


    ich grübele gerade über folgende Frage: Ein Kunde will mehrere eigensichere Geräte mit einander verschalten (eigentlich sein Problem), muss dazu aber mindestens zwei Kabel auf einer Klemme auflegen, um Signale oder Spannungsversorgung durchschleifen zu können. Die Klemmen befinden sich im Inneren der (ex-zugelassenen) Geräte. Die jeweiligen Bedienungsanleitungen gehen darauf (Zusammenschaltung) nicht im Detail ein, in den bildlichen Darstellungen ist jeweils nur ein Kabel pro Klemme dargestellt.


    Zwar sehe ich da kein Problem im Sinne einer Gefährdung, weiß aber nicht wie ich diesen Anschluss in Bezug auf die Gerätezulassung bewerten soll, da ja etwas im Inneren des Gerätes passiert (zwei Kabel auf einer Klemme), was in der Dokumentation eigentlich nicht beschrieben ist.


    Vielleicht bin ich da zu haarspalterisch, aber hat jemand Erfahrungen damit oder kann mich auf ein Dokument verweisen, in dem der Umgang damit beschrieben ist?


    Danke!

    Mahlzeit!


    Vielleicht argumentiere ich an der Frage vorbei, aber sie scheint mir nicht korrekt gestellt...


    Wenn ich mich in einer Ex-Zone befindet bedeutet das, es könnte ggf. eine explosionsfähige Atmosphäre vorliegen. Also muss ich alles verhindern, was diese Atmosphäre zünden könnte (=> Zündquellenbetrachtung). Daher ist ein "Lager" erst einmal grundsätzlich erlaubt, da ein "Lager" grundsätzlich keine Zündquelle ist. Natürlich kann man jetzt das Fallenlassen von Werkzeug oder das Zuknallen von Stahltüren unter dem Gesichtspunkt Funkenbildung betrachten, das tue ich aber mal bewusst nicht, das wird aus meiner Sicht albern...


    P.S.: Wenn in dem Lager leicht flüchtige Substanzen gelagert werden, die mit Luft ein explosionsfähiges Gemisch bilden können, müssen diese natürlich betrachtet werden. Entweder sind sie schon in der Zonenbetrachtung (=> Zone 2), oder es sind deswegen Maßnahmen ergriffen worden (technische Lüftung), oder man hat sie bisher vergessen. Dann müssen sie aber nur in das Explosionsschutzkonzept mit aufgenommen werden, es gibt kein "Lagerverbot".

    Meine Wenigkeit wurde in der Vergangenheit auch schon dazu verdonnert, behördlich geforderte "gasdichte Trennwände" für ein Ex-Schutz-Konzept (Zonentrennung) zu beurteilen. In dem Fall waren Mauerdurchbrüche mit dadurch geführten Kabeln ausgeschäumt worden. Die Dokumentenlage war, gelinde gesagt, mager.


    Bewertet wurde daher eine "technische Gasdichtheit", dass bedeutet unter atmoshärischen Bedingen tritt nicht mehr Gas durch die Wand, als durch die natürliche Belüftung des anderen Raumes sicher auf ein unbedenkliches Maß bzw. auf eine ungefährliche Konzentration heruntergemischt wird. Natürlich unter der Voraussetzung, das ich keine konkreten Zuströme habe (z. B. Risse im Mauerwerk oder im Schaum). Grundsätzlich ist da zum Beispiel eine gemauerte Wand meines Erachtens nach viel anffälliger als eine verschäumte Öffnung.


    Auf jeden Fall halte ich eine ATEX-Zertifizierung von Trenneinrichtungen, Bauschäumen oder dergleichen für Augenwischerei oder schlicht Irreführung (Kundenverarsche triffts auch). :wall:

    Hallo Fuchs,


    ich habe grundsätzliche Probleme mit der Formulierung "unser Kunde würde gerne eine Zündschutzart..." :gruebel:


    Meinung Meinung nach sind die Wünsche des Kunden in Bezug auf die anzuwenden Normen nicht relevant. Entweder besteht eine potentielle Gefährdung, die nach einer Norm bewertet werden kann, oder eben nicht.


    Das Anwenden der Zündschutzart "c" auf das Gehäuse halte ich persönlich für nicht zielführend und lehne es aus grundsätzlichen Erwägungen ab (Keine Anwendung von Normen außerhalb des in der Norm definierten Anwendungsbereiches). Aber ich muss mich auch mit keinem Kunden rumschlagen... ;D

    Zunächst einmal stimme ich zu, dass die Norm keine Anwendung findet, weil der Schrank nicht im Ex-Bereich steht.
    Falls der Schrank im Ex-Bereich stehen sollte findet diese Norm aber trotzdem keine Anwendung, weil sie älter ist als meine Omma. ;D


    Schau mal z. B. in die DIN EN 60079-0:2014, Kapitel 7.4.2 und 7.4.3 "Vermeidung des Aufbaus von elektrostatischen Aufladungen". Dort werden verschiedene Optionen für Nichtleitende Oberflächen beschrieben.

    Hallo zusammen,


    meiner Meinung nach ist die bisher hier genannte Vorgehensweise nicht korrekt.


    "Schutzvorrichtung" nach EN 60079-0 beinhaltet Auslegung und Prüfung nach der Norm, das heißt das Gehäuse muss auch (bei Geräten der Kategorie 2 von einer Prüfstelle) nach den Einsatzgrenzen- und Bedingungen geprüft sein.


    Die „Gesamtkennzeichnung“ des Gerätes muss alle verwendeten Zündschutzarten enthalten. Es ist nicht möglich, ein Gerät ATEX-konform ohne Zündschutzart zu kennzeichnen, da die ATEX-Richtlinie eine Kennzeichnung nach den verwendeten Normen fordert, in diesem Fall mindestens die 60079-0 und 60079-1.
    Es gilt also entweder weiterhin die Zulassung und Kennzeichnung des Miniaturschalters, oder die Gesamtheit (Miniaturschalter + Schutzvorrichtung) müsste neu zugelassen werden, dann ebenfalls mit der Kennzeichnung II 2G Ex d IIC Gb T6,T5 und ggf. abweichenden Umgebungstemperaturen, abhängig von der Schutzvorrichtung.

    Hi,


    leider kann ich dir vermutlich nicht weiter helfen, was ggf. auch an der Fragestellung liegt. Auf den Fotos sehe ich erst einmal eine Bastellösung (oder auch: "Prototyp in der Erprobungs- und Validierungsphase" :freude:), und dagegen ist auch nichts zu sagen.


    Aber die Frage "Wer könnte so eine Kiste begutachten und abnehmen?" muss ich mit der Gegenfrage "Wonach soll derjenige denn die Kiste (rechtlich) beurteilen?" beantworten.


    Produktsicherheitsgesetz? Betriebssicherheitsverordnung? Gefahrstoffverordnung? Welche Richtlinien sind anzuziehen und warum? Wenn ex-Gerät, dann welche Kategorie und Bewertung nach welchen Modulen? Risikoanalyse und -bewertung schon gemacht?


    Außerdem würde ich die Explosionsschutzkennzeichnung vom Koffer abknibbeln, so lange das noch nicht abschließend geklärt ist... C:-)

    Auch wenn die I-Norm sicher nicht mein Steckenfperd ist <hust> und ich mir die Suche gespart habe <doppelhust>, finde ich den Fall verzwickt. Zwar steht in der 60079-11:


    "Die folgenden Betriebsmittel gelten als einfache elektrische Betriebsmittel:
    a) passive Bauelemente, z. B. Schalter, Verteilerkästen, Widerstände und einfache Halbleiterbauelemente"


    aber wenn der Verteilerkasten nicht unter die Richtlinie 2014-34-EU fällt, gibt es auch keinen Grund, die Norm anzuwenden.


    Will sagen, ein Verteilerkasten fällt meiner Meinung nach pauschal nicht unter die Richtlinie, wenn er in einem eingesicheren System verwendet wird. Daher gibt es auch keinen (rechtlichen) Grund, ein Konformitätsbewertungsverfahren auf Basis der 60079-11 durchzuführen und/oder den Verteilerkasten zu kennzeichnen.


    Stattdessen fällt der Verteilerkasten unter die 60079-14 und muss die Anforderungen nach Kapitel 9 und 10 (Kabel- und Leitungssysteme) einhalten.


    Nur mal so als erste Idee...