Beiträge von rjh

    Guten Morgen zusammen,


    @ Günter, ich schreibe bei einer rein Innen vorliegenden Explosionsgefahr dieses in die BAL (bestimmungsgemäße Verwendung) und weise darin ebenfalls auf ggf. Innen verbaute ATEX-Bauteile hin. Wie bereits oben gesagt, die EN 16985 "Lackierkabinen für organische Beschichtungsstoffe - Sicherheitsanforderungen; Deutsche Fassung EN 16985:2018" spricht bspw. von innenliegenden Zonen, welche in ihr sogar räumlich genau definiert werden, die Norm ist aber mit der MRL harmonisiert und es wird KEINE Kennzeichnung angebracht.

    Ich kann nur nochmals auch auf den Artikel der PTB in der EX Zeitschrift verweisen, den ich oben angehängt habe.


    Merina, ich bin mir da nicht so sicher, wenn ich eine Kennzeichnung nach 2014/34/EU (also ohne den IEC Ex Teil mit Zündschutzart etc. ) anbringe, dann muss ich auch ein CE anbringen, da dies Teil der vollständigen ATEX CE Kennzeichnung nach RL ist. Eine "unvollständige Maschine" (ohne Anbringen eines CE) kennt die ATEX nicht, entweder ein Produkt unterliegt ihr, dann ist eine Kennzeichnung inkl. CE anzubringen, oder ein Produkt unterliegt ihr nicht, dann ist weder eine Kennzeichnung, noch ein CE nach ihr anzubringen (2014/34/EU Anhang I 1.0.5)

    Hallo zusammen,


    Günter, ich kenne grundsätzlich solche Kennzeichnungen auch, aber eben vor Allem bei Pumpen etc. wie du es auch schreibst, Innen Z1, Außen Z2. Nicht jedoch, wenn Außen eben keine Zone herrscht. Damit verlässt man meiner Einschätzung nach, wie oben beschrieben, den Bereich der ATEX und geht in die MRL oder übersehe ich da etwas? (Ich rede nur von Konformitätsbewertung, es ist unstrittig, dass das Innere der Maschine bzw. eingesetzten Geräte der Gefahr entsprechend ausgeführt sein müssen vgl. auch ATEX Leitlinien S.38 f.)

    "In diesem Zusammenhang muss besonders betont werden, wie Maschinen zu betrachten

    sind, die unter Betriebsbedingungen eine explosionsfähige Atmosphäre im Inneren
    aufweisen können, jedoch über keine Schnittstelle mit externen explosionsgefährdeten
    Bereichen verfügen. Derartige Maschinen fallen als integrales Ganzes nicht in den
    Anwendungsbereich der ATEX-Richtlinie 2014/34/EU
    ." (Leitlinien S.39)

    Wenn diese Maschinen also als integrales Ganzes nicht in den Anwendungsbereich der ATEX fallen, dann sollten Sie doch auch nicht nach ATEX gekennzeichnet werden?

    Beim angesprochenen suggerieren wird ein Prüflabor, bspw. TÜV Süd angeführt

    EX 1/2/3/-G geprüft durch TÜV Süd. Eben keine BMP oder Ähnliches. Ich kann mir nur vorstellen, dass der TÜV bspw. die Zündquellenanalyse o.ä. für den Innenraum überprüft hat. Es gibt jedoch keine Zertifikate, keine BMP, nichts.


    @Marina , sorry, ich hatte deinen Beitrag nicht gesehen, sonst hätte ich keinen neuen eröffnet :-) Aber zumindest bin ich schon mal nicht der Einzige, der damit Probleme hat!

    Hallo liebe Mit-Exler,


    ich werde in letzter Zeit immer wieder mit Kennzeichnungen konfrontiert, die ich nicht so ganz nachvollziehen kann und sogar auch sehr gefährlich finde.

    Bei einem rein Inneren Explosionsrisiko (innerhalb einer Maschine) gilt meines Wissens nach die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG, Anhang 1.5.7.

    Die ATEX Richtlinie gilt bei Maschinen und Geräten, die zur Verwendung in einem explosionsgefährdeten Bereich bestimmt sind, auch die Anmerkungen/Leitlinien schließen eine Anwendung der ATEX für rein Innere Explosionsrisiken auf die Gesamtmaschine aus (die innerhalb dieser "Zone" verwendeten Geräte müssen natürlich sehr wohl explosionsgeschützt ausgeführt sein). Einen Ähnlichen Weg ging schon die PTB im Jahr 2014 bei einem Beitrag für die Ex-Zeitschrift (Artikel). Aus meinen eigenen Erfahrungen kenne ich es ebenfalls nicht anders, bspw. Lack/Pulverkabinen für Beschichtung sind ohne Ex Kennzeichnung, obwohl im Inneren Zone 1 bzw. 2 definiert ist und die relevante C-Norm ist mit der MRL harmonisiert. Die im Inneren der Kabine verwandten Geräte sind ATEX gekennzeichnet und deren Normen sind mit der ATEX harmonisiert.


    Nun zu meinem Anliegen:

    Immer wieder finde ich nun Kennzeichnungen, die bspw. folgendermaßen aussehen:

    Ex II 3/-G, Ex h IIC T3 Gb in einem extremen Fall sogar Ex II 1/2/3/- GD, oftmals wird sogar noch eine Zertifizierung durch eine Prüfstelle suggeriert.


    In den jeweiligen BALs wird dann darauf hingewiesen, dass das Gerät nicht in einem Ex Bereich betrieben werden darf, sondern nur im Inneren eine Ex-Zone enthält. Meine Interpretation ist, dass Hersteller dieser Geräte den Explosionsschutz als Verkaufsargument "betreiben". Oftmals kaufen allerdings die Firmen diese Maschinen und stellen sie in einer Zone auf, da sie ja augenscheinlich eine entsprechende Kennzeichnung haben und wundern sich dann, dass ich dies bei Prüfung bemängele.


    Wie ist eure Meinung/Erfahrung dazu?

    Servus Christof,

    ich habe lange nichts mehr von DART gehört, es war mal in aller Munde und das Interesse ist wieder abgeflaut. Soweit ich weiß nutzt Pepperl und Fuchs die Technologie für einen Ex-Feldbus- es scheint also zu funktionieren. Allerdings muss man wohl, das war mein letzter Stand, eine Lizenz bei P&F kaufen, um Produkte mit dieser Technologie in Verkehr bringen zu dürfen (Stahl hatte da mal eine Pressemitteilung, dass sie eine solche Lizenz gekauft haben).


    Bin gespannt, ob jemand mehr weiß.


    Liebe Grüße

    Robert

    Hey Olli,
    solchen Input nehmen die Mitglieder/Sekretäre oder auch der Chairman der entsprechenden Arbeitsgruppe bei der IEC, oder in den Spiegelgremien der DKE normalerweise gerne auf- aber sei gewarnt, es läuft meistens auf eine Zusammenarbeit heraus.. Kritik üben darf jeder, aber meist soll man dann auch helfen, es besser zu machen. C:-)
    Herr Haß ist ein total netter Kerl, schreib ihm einfach mal deine Kommentare oder ruf Ihn direkt an, er wird dir mit Sicherheit auch sagen können, warum es so gekommen ist, wie es nunmal ist. Du solltest dabei jedoch nicht vergessen, dass die eine Gruppe (I/II) durch die ATEX als Gesetz bestimmt wird, die andere durch die IEC (I/II/III).


    https://www.dke.de/de/ueber-un…000084&type=dke%7Cgremium

    Servus,


    Es darf auf sehr kleinen Geräten auf Teile der Kennzeichnung verzichtet werden. Es müssen allerdings laut EN 60079-0:2012 29.10

    Zitat


    Herstellername
    Typbezeichnung (darf weggelassen werden, wenn über die Zertifikat Nummer eine eindeutige Identifizierung möglich ist)
    Name/Zeichen Zertifizierungsstelle und Zertifikatskennnummer
    Symbol X oder U
    sowie so viele Angaben der eigentlichen Ex Kennzeichnung(en), wie zutreffen und "noch untergebracht werden können"


    vorhanden sein


    Auf extrem kleinen Geräten kann sogar auf eine Kennzeichnung komplett verzichtet werden (29.11), stattdessen muss diese beiliegen und neben dem Gerät angebracht werden


    Was die 20 da soll kann ich mir auf den ersten Blick allerdings auch nicht erklären, laut BMP Dokument hat die da ja auch erst mal nichts verloren :gruebel:

    Guezi, Servus, Glück ab und Glück auf,


    kannst du mir ein wenig genauer beschreiben, was ihr da so für Applikatoren verwendet? Elektrostatisch? Mechanisch?
    Was für Kabinen werden eingesetzt? Nach welcher Norm sind diese Zertifiziert?


    Liebe Grüße

    Zitat

    Somit kommt das innere Medium nicht mit der äußeren Atmosphäre in Berührung...wonach richtet sich nun die Kennzeichnung, wenn ausserhalb kein Ex ist?


    Wenn ausschließlich im Inneren der Maschine eine Atmosphäre ist, dann unterliegt das Produkt als solches nicht der Anwendung der ATEX Richtlinie, vgl. dazu die ATEX Leitlinien S.38 ff., sondern der Maschinenrichtlinie. Dies bedeutet jedoch nicht, dass im Inneren keine explosionsgeschützten Komponenten verbaut werden müssten!
    Ich zitiere ATEX-Leitlinien zur Richtlinie 2014/34/EU,
    1. Ausgabe vom April 2016, S.39:

    Hallo zusammen,


    ich bin in einer unserer Anlagen (die wir verkaufen --> Hersteller) auf folgende Problematik gestoßen:
    Es hängt ein zugekauftes, nicht elektrisches Gerät mit CE allerdings ohne Kennzeichnung in Z22. Der Hersteller vertreibt eine ATEX Version des Gerätes.
    Ich bin der Meinung, dass dieses Gerät, so wie es ist, auf keinen Fall in der Zone hängen dürfte, weil es keine entsprechende Kennzeichnung trägt und vom Hersteller nicht für die Zone freigegeben ist.


    Meine Kollegen meinen, wir könnten das Gerät selbst bewerten und entsprechend trotzdem in der Zone 22 einsetzen.
    Mir ist ein solches Vorgehen betreiberseitig über Exschutzdokument etc. bekannt, nicht jedoch herstellerseitig.


    Ist jemandem ein solches Vorgehen bekannt? Und wenn ja, muss ich dann eine entsprechende Kennzeichnung an dem Gerät anbringen?

    Hallo Günter,


    danke dir für die Antwort. Ja, ich finde die Richtlinie an dieser Stelle ebenfalls ein wenig schwammig forumliert.
    Der Wagen und der Motor werden bei uns im Hause zu einem Gerät zusammengebaut- daher kam die Frage auf, wie wir (und damit ich) damit umgehen sollen. Nach intensivem Studium meiner C Normen konnte ich das Gerät nun zwar nach einer dieser kennzeichnen, aber die Frage bleibt rein interessehalber weiterhin bestehen :)
    Wäre es prinzipiell also möglich, den Wagen auf dem Typenschild nach der 80079-36 zu kennzeichnen und den Motor separat ebenfalls auf dem Typenschild anzugeben?
    Also quasi
    Wagen: II 3D Ex h IIIC T 80 °C Dc
    Motor: II 2D Ex tb IIIC Tx Db IP 66
    unabhänigig davon, dass die Kennzeichnung des Motors natürlich veraltet ist.

    Hallo zusammen,


    ich habe eine wirklich blöde Frage möchte aber keinen Fehler machen:
    Ich habe einen Motor mit Kennzeichnung, den ich in einen Rollbaren Wagen einbauen möchte. Der Motor ist für Z21 geeignet, da auf dem Wagen auch noch ein Steuergerät eingesetzt ist, welches nur für Z22 zugelassen ist, darf der Wagen (als Gesamtsystem) ebenfalls nur in Z22 stehen.
    Meine Frage wär jetzt, wie ich das Gesamtsystem Kennzeichnen muss?
    Der Wagen wäre nichtelektrisch (sofern er überhaupt eine eigene Zündquelle besitzt) und soll nur in Z22 stehen können:
    II 3D Ex h IIIC T 80 °C Dc
    Das Steuergerät wird nach C Norm gekennzeichnet:
    II 3D Dc T100 °C
    Der Motor ist folgendermaßen gekennzeichnet:
    II 2D Ex tb IIIC Tx Db IP 66


    Welche Zündschutzart gebe ich für das Gesamtsystem an? Der erste Teil mit
    II 3D
    ist mir durchaus bewusst, aber der Rattenschwanz dahinter nicht so ganz, da normalerweise alle meine Produkte nach C Norm gekennzeichnet werden und ich dann dieses Problem nicht habe :)


    /edit:
    Da das Steuergerät nur da eingesetzt wird und ne eigene CE Konformität etc. besitzt, würd ich dies außen vor lassen, es geht vor allem um Wagen und Motor. Habe gerade selbst nochmal den Text gelesen und gemerkt, dass ich mich sehr ungünstig ausgedrückt habe, daher die Klarstellung

    Hallo zusammen,


    ich muss dieses alte Thema leider nochmal herauskramen. Wir haben ebenfalls eine Schleppkette geplant (sehr langsame Bewegung), in welcher eigensichere und nicht eigensichere Leitungen verlegt werden sollen.


    Die eigensicheren Leitungen sind blau, jedoch laut Hersteller nicht für die Verlegung in einer Schleppkette geeignet.


    Nun würde ich daher anhand der Norm 60079-14:2014 Punkt 16.2.2.6 "Wenn alle eigensicheren Kabel und Leitungen oder alle nichteigensicheren Kabel und Leitungen bewehrt, metallummantelt oder geschirmt sind, dann ist die Kennzeichnung eigensicherer Kabel und Leitungen nicht erforderlich." einfach normale, schleppkettentaugliche, geschirmte Kabel nehmen.
    Wäre dies so zulässig?

    Während des Betriebes der Pulverlackkabine darf auch keine Ex Atmosphäre herrschen, die UEG muss nach der gültigen C Norm für Pulverlackkabinen, DIN EN 12981, durch eine wirksame technische Lüftung unter 50% UEG gehalten werden, auch in der höchstwahrscheinlich im nächsten Jahr veröffentlichten, kombinierten Norm für Spritzkabinen (noch pr)EN 16985 hat sich daran nichts geändert. Dort steht explizit "Das Innere der Pulverbeschichtungskabine einschließlich des offenen Pulverlack-Rückgewinnungssystems ist als Zone 22 (siehe 3.24) einzustufen".
    Zone 22 bedeutet per Definition, dass eine Ex Atmosphäre im Normalbetrieb nicht zu erwarten ist, jedoch auftreten kann- Daran ändert sich beim Reinigen nichts- im Gegenteil, je nach Verschmutzungsgrad der Kabine ist bei abgeschalteter Anlage und dementsprechend auch abgeschalteter technischer Lüftung die Chance höher, dass eine Ex Atmosphäre auftreten kann, da du ja mit dem Staubsauger noch für Aufwirbelungen innerhalb der Kabine sorgst.

    Hallo liebe Mitforisten,


    ich hoffe ihr hattet ein paar schöne Feiertage! Ich muss mich leider mal wieder mit einem Problem an euch wenden:
    Wir haben eine Class 1 Div 1 Roboteranwendung für den amerikanischen Markt geplant. Auf dem Arm des Roboters soll ein geeignetes Druckluftventil platziert werden. Leider haben wir bisher nur solche gefunden, die ein Conduit Kabelsystem verlangen. Durch die häufigen Bewegungen des Roboters wird allerdings eine starre Verrohrung der Kabel nicht möglich sein; gibt es eurer Ansicht nach irgendwelche Möglichkeiten (bspw. bestimmten Kabelverschraubungen o.ä.), die eine flexible Kabelverlegung erlauben und gleichzeitig die Anforderungen erfüllen?


    Eine schöne kurze Arbeitswoche wünsche ich allen

    Wer für welche Zone Prüfungen durchführen kann, legt die Richtlinie 2014/34/EU fest.
    Bei elektrischen Geräten ist eine Baumusterprüfung einer benannten Stelle für die Zonen 20 und 21, bei nichtelektrischen Geräten für Zone 20 vorgeschrieben. Als Hersteller kann man meines Wissens nach in dieser Hinsicht nicht tätig werden, aber ich lasse mich gern eines besseren belehren :)

    Hallo Atexler,
    ich hatte in diesem Zusammenhang auch noch bei der PTB nachgefragt. Diese hat deine Theorie bestätigt: Wenn kein Zertifikat vorliegt, dann musst du auch keins angeben


    Grüße

    Servus,


    ich weiß nicht, ob es dir weiterhilft, aber die PTB hat gerade ihre Chemsafe Datenbank kostenlos gestellt- dort befinden sich sehr viele Kenngrößen von entzündbaren Stoffen. Vielleicht ist dort etwas bzgl. Erdgas dabei und du kannst dir die Rechnerei sparen.
    http://www.chemsafe.ptb.de/


    du musst dich unter chemsafe(at)ptb.de registrieren und bekommst dann Zugangsdaten übermittelt.


    Liebe Grüße!