Beiträge von Günter

    Einführung zur DIN IEC/TS 60079-46:2021-03 Explosionsgefährdete Bereiche - Teil 46: Gerätegruppen

    Dieser Teil der IEC 60079, der eine technische Spezifikation ist, beschreibt die besonderen Anforderungen für die Planung, die Bauart, den Zusammenbau, die Prüfung, die Inspektion, die Kennzeichnung, die Dokumentation und die Konformitätsbewertung von Gerätegruppen für den Gebrauch in explosionsgefährdeten Atmosphären unter der Verantwortung des Herstellers der Gerätegruppe.

    Die Anforderungen dieses Dokumentes betreffen einzelne Geräte der IEC 60079 oder ISO 80079 Normenreihen, die den Zusammenbau bilden und individuell zertifiziert sind. Diese einzelnen Geräte sind integraler Bestandteil der Gerätegruppe. Ebenfalls sind Anforderungen enthalten, die bei der Montage zu berücksichtigen sind, die in den Zertifikaten der einzelnen Geräte, die die Baugruppe bilden, nicht abgedeckt sind. Der Anwendungsbereich dieses Dokumentes beinhaltet die Beurteilung der zusätzlichen Anforderungen für Baugruppen zum Einsatz in explosionsgefährdete Bereiche und enthält keine Anforderungen für den Nicht-Ex-Bereich.

    Es wird angenommen, dass zusätzlich zu den Forderungen dieses Dokumentes auch die Einhaltung der zutreffenden, anderen elektrischen oder mechanischen Anforderungen für den Nicht-Ex-Bereich, von der gleichen oder einer zusätzlichen Partei verifiziert werden.

    Für dieses Dokument ist das nationale Arbeitsgremium K 241 „Schlagwetter- und explosionsgeschützte elektrische Betriebsmittel“ der DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE (http://www.dke.de) zuständig.


    Anwendungsbeginn

    Anwendungsbeginn dieses Dokuments ist 2021-03-01


    Link zur Übersicht der Normen-Auflistung im Beitrag 1 dieses Fadens

    Hallo Marius,


    ja, Deine Anmerkung ist richtig. Es müssen aber auch besondere Betriebsbedingungen berücksichtigt werden, wie ich schon schrieb. Und im Innenraum wird der "Luftfeuchtigkeitsfilm" vom Isopropanol immer beseitigt.

    Ob das kritisch ist, kann ich aus der Ferne nicht sagen.


    Es gibt aber sehr viele weitere Hinweise in der TRGS 727:2016. Ich füge mal einen Auszug hier anbei - aber bitte aufpassen: In diesem Abschnitt gibt es noch mehr Hinweise!

    Hallo robbredl,


    Gläser sind hygroskopisch und nach kurzer Zeit ist meist ein ausreichender Feuchtigkeitsfilm auf dem Glas vorhanden. Das gilt vornehmlich für die nach Außen zeigende Seite. Innen wird es aber vom Isopropanol immer gereinigt und ich denke, eine Aufladung wäre möglich.


    Vielleicht noch ein Hinweis:

    Die Definition "Zone 0" zeigt nicht in erster Linie auf ein explosionsfähiges Gemisch, sondern auf eine lange Zeitdauer der Anwesenheit eines explosionsfähigen Gemisches.

    - Auch die Zone 1 oder die Zone 2 haben als "Begründung" das explosionsfähige Gemisch, eben nur in deutlich absteigender Zeiteinheit.

    - Diese Zeiten (und damit auch die Zonendefinition) lassen sich mit den heute zur Verfügung stehenden Normen, z.B. EN 60079-10-1 und -10-2 berechnen.

    - Es gibt auch Faustformeln, die aber mit großer Vorsicht zu nutzen sind - und die durch eine Berechnung nachzuweisen sind: 0 .. 10 h -> Zone 2; 10 .. 100 h -> Zone 1; darüber hinaus Zone 0


    Ob Du als BP eine Bewertung für die Zone 0 machen kannst, ist nicht in allen Fällen deutlich definiert.

    - Bei einem Gerät (lt. Definition der RL 2014/34/EU) ist eine benannte Stelle hinzuzuziehen

    - Bei einem BopZ (Betriebsmittel ohne eigene potenzielle Zündquelle) würde ich eine BP akzeptieren

    Hallo SF01,


    ich denke schon, dass das grundsätzlich möglich ist.


    Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass je nach Betriebszustand die Zonen "wandern" und dass Du jeden Betriebszustand erfassen musst. Dann ist es meist einfacher, die "schlimmste" Zone für den gesamten Behälter anzusetzen.

    Hallo Christian,


    entweder habe ich Deinen Beitrag übersehen oder wegen der Schwierigkeit etwas auf die Bank geschoben....


    Ich kann dazu nur wenig sagen; ich denke hier müsstest Du bei einer benannten Stelle mal nachfragen. Die Kollegen der BAM, BVS und/oder PTB wissen wahrscheinlich mehr darüber.


    Ganz richtig aus meiner Sicht schon Deine Annahme, dass beim Versprühen der Flammpunkt nicht mehr so richtig anwendbar ist - aber dass ist dann wohl - wie Du auch schon angemerkt hast, experimentell zu bestimmen.

    - Ich könnte mir aber vorstellen, dass die MZE um eine Zehnerpotenz höher ist als im gasförmigen Zustand....

    - Auch kann ich mir vorstellen, dass es dort für ähnliche Produkte schon Referenzwerte gibt....

    Hallo 9914pich,


    ich halte die Leistung von 20 W an IIC bei 11 VDC für unrealistisch. Das schaffst Du nicht, da ja so gut wie immer zumindest eine minimale Kapazität vorhanden ist.


    Selbst für IIB ist es noch sehr sportlich und grenzt ein wenig an "Jugend forscht".


    Aber einen wichtigen Punkt hasst Du uns noch verschwiegen: Wieviel Ah brauchst Du denn? Denn bei 20 Watt (sprich ca. 2 Amp bei 10 V) brauchst Du einiges. Und wie schwer darf der Akku werden? 10 kg? Oder mehr? Oder weniger?

    Bei 8 h Betrieb würden sich dann so ca. 16 Ah netto ergeben....


    Und dann noch etwas: Je höher Du an die technischen Grenzen gehst, desto höher werden die Entwicklungskosten. Ich würde hier jetzt schon deutlich über 50 k€ schätzen, wenn Du mit IIB zufrieden sein kannst. ;)

    Hallo Mannemer,


    ich hatte hier speziell die VDE 0100 Teil 430 im Auge. Weiterhin findest Du deutliche Hinweise dazu im Beiblatt 5 zur VDE 0100.


    Vereinfacht gesagt heißt es, dass Dein Adapter sowohl den Kurzschlussstrom tragen können muss, als auch den Überlaststrom der Vorsicherung. Und da sind ein paar Rechnungen zu machen.

    Zudem wird sich, je nach Vorimpedanz, eine max. zulässige Leitungslänge ergeben.


    Es ist mir schon klar, dass Du kein Hellseher bist und die Einsatzfälle nicht vorher kennen kannst - aber deshalb machen wir ja eine Abschätzung. Und im Beiblatt 5 kannst Du gut herauslesen, dass z.B. eine Grenzlänge der angeschlossen Leitung bei 2,5 mm² Querschnitt - hier z.B. in Tabelle A.18 - bei einer Vorimpedanz von 700 Milli-Ohm noch 75 Meter beträgt. Achtung: Nur für den hier beschriebenen Anwendungsfall! Zielführend ist hier die max. zulässige Leitertemperatur bei Überlast und Kurzschluss.

    Bei 1,5 mm² wärst Du hier mit 45 Meter dabei.


    Ich weiß aber auch, dass es für den Notfall der Feuerwehr Abweichungen geben darf, die dann sehr genau in einer Gefährdungsbeurteilung zu begründen wären.


    Zu den Ex-Normen:

    Vielleicht habe ich Deine Erklärung falsch interpretiert, aber ich hatte es so verstanden, dass Du einen zugelassenen Stecker, eine zugelassen Steckdose und eine Leitung hast. Damit ist Deine Arbeit eine Installation und die Überprüfung der Normen sollte schon der Hersteller gemacht haben.

    Und bei einer Installation hast Du im Wesentlichen die elektrotechnischen Normen und die EN 60079-14 zu beachten.

    Hallo Mannemer,


    vielen Dank für Dein Lob!


    Die Prüfungen sind wohl eher von geringem Umfang. Ich denke da an:


    - Anschlussenden der Leiter mit Aderendhülsen fachgerecht verpresst ausgeführt

    - Zugentlastung wirksam und nach anerkannten Regeln

    - Isolationsprüfung

    - IP-Schutz aufrecht erhalten

    - und nochmal der Hinweis: 1,5 mm² kann, je nach Vorabsicherung problematisch sein. Du kannst nicht die "üblichen" Tabellen verwenden, sondern musst, wie in elektrotechnischen Normen beschrieben, schon mit den Grenzströmen rechnen. Und dabei kann herauskommen, dass nur max. 13 A erlaubt sind. Das würde aber bei Dir nicht passen - denn der Adapter würde auch an allen anderen Steckdosen funktionieren....

    Hallo Mannemer,


    ich denke, Du liegst da leider falsch. :snowman:

    Wenn, dann kommt a) in Betracht, was aber nicht so direkt einsichtig ist. Aber ich würde Deinen Adapter so einteilen. Die Definition eines Gerätes ist im Artikel 2 definiert:

    1. „Geräte“: Maschinen, Betriebsmittel, stationäre oder orts­bewegliche Vorrichtungen, Steuerungs- und Ausrüstungs­teile sowie Warn- und Vorbeugungssysteme, die einzeln oder kombiniert zur Erzeugung, Übertragung, Speicherung, Messung, Regelung und Umwandlung von Energien und/oder zur Verarbeitung von Werkstoffen bestimmt sind und die eigene potentielle Zündquellen aufweisen und dadurch eine Explosion verursachen können;


    Und damit bist dann wieder beim 13. Hier aber in 1 c):

    c) für Gerätegruppe II, Gerätekategorie 3 ist die interne Fer­tigungskontrolle gemäß Anhang VIII anzuwenden;


    Oder der 1 d)

    d) für Gerätegruppen I und II: Neben den in Buchstaben a, b und c dieses Absatzes genannten Verfahren kann auch die Konformität auf der Grundlage einer Einzelprüfung gemäß Anhang IX angewendet werden.


    Wir könnten auch noch darüber diskutieren, ob es nicht vielleicht doch eine Komponente ist, kommt aber auf das gleiche hinaus. C:-)


    Aber nicht vergessen: Auch die elektrische Sicherheit muss gegeben sein. Mir fällt da sofort der Querschnitt ein; ist er min. 2,5 mm² so sollte der Nachweis wohl einfach sein, bei kleineren Querschnitten kann es problematisch werden....


    Und noch etwas: der Artikel 13 ist etwas schlecht verständlich ausgedrückt.

    (1) Die Konformitätsbewertungsverfahren werden für Geräte und erforderlichenfalls Vorrichtungen nach Artikel 1 Absatz 1 Buchstabe b wie folgt durchgeführt:

    Der von mir rot dargestellte Teil gehört nicht zu den Geräten im Halbsatz vorher, sondern damit sind die SiKoRe gemeint. :scherzkeks:

    Hallo Mannemer,


    kannst Du uns auch sagen, wo (in welcher Zone oder außerhalb) dieser Adapter eingesetzt werden kann?


    Du hast Deinen Beitrag im Unterforum "Zone 2 - Geräte" erstellt, hier wäre grundsätzlich eine Eigenbescheinigung einer befähigten Person zulässig (und natürlich die Einhaltung aller relevanten elektrotechnischen Normen).


    In der Zone 1 wäre eine Prüfung eher unwirtschaftlich.


    Den genauen Richtlinientext findest Du dazu in der RL 2014/34/EU im Artikel 13.

    Liebe Kollegen, liebe Freunde, liebe Forumsteilnehmer,


    vielen Dank an Alle für die Mitarbeit am Ex-Forum! :constr:


    Wir sind nun schon fast 1.100 User hier. Für mich ist es eine große Freude, dass sich die zahlreichen Helfer geduldig und kompetent den Fragen unser User stellen - und das alles freiwillig und in der freien Zeit. Weiter so! :xmas: Mein Kollege Geoffrey Stenzel hat nun einen großen Teil meiner beruflichen Aktivitäten übernehmen - und gemeinsam arbeiten wir weiter für den Erfolg des Ex-Forums.


    Ich freue mich auf ein paar ruhigere Tage und ich wünsche Euch allen mit Euren Familien und den Unternehmen eine friedvolle Weihnachtszeit, einen Guten Rutsch und Alles Gute im Neuen Jahr! Und nicht zu vergessen: Hoffentlich bald wieder OHNE Covid 19! Bleibt alle negativ! :schlaumeier:


    :santa:


    P.S. Für die neuen User: Auf den Genderismus verzichte ich weiterhin, lt. Duden sind mit der Bezeichnung "Kollegen" sowohl die männlichen, als auch die weiblichen Kollegen inbegriffen. :)


    :tannenbaum:

    Fazit:


    Der Einsatz der Leitung J-Y(St)Y 2x2x0,8 im Ex-Bereich ist aus meiner Sicht zumindest bedenklich, da nicht alle Daten vorliegen und/oder abgeprüft worden sind.

    • Die Leitung muss auf der Basis der hier vorgestellten Brandprüfung nach IEC 60332-1-2 untersucht werden. Andere Brandprüfungen müssen beurteilt werden und es wird ein Ergebnis erwartet, das die Mindestanforderungen erfüllt oder überschreitet.
    • Über die Zugfestigkeit liegt mit keine Prüfung vor; der "mechanische Schutz" für "schwache" Leitungen ist mit dem Nachtrag der EN 60079-14 entfallen.
    • Einzig werden Schutzrohre nur gegen mechanische Beschädigungen genannt - aber nicht zur "allgemeinen" Ertüchtigung.

    In druckfesten Anlagen würde ich die Leitung ohne vorliegende Zünddurchschlag-Prüfung ablehnen.

    Zum Abschluss möchte ich noch kurz auf die Abschnitte 9.38 "Oberflächentemperatur von Kabeln und Leitungen" und 9.3.9 "Flammenausbreitung" eingehen.


    Das die Oberflächentemperatur der Leitungen die Grenze der Temperaturklasse nicht überschreitet, ist wohl selbsterklärend. Wenn ich einen solchen Grenzfall zu bewerten habe, lege ich immer noch etwas Sicherheitsabstand hinzu.


    Die Flammenausbreitung ist allerdings ein anspruchvolles Kriterium, das ohne ein Fachlabor kaum zu erledigen ist. Ebenso gibt es eine Anzahl anderer Brandschutz-Normen, die nicht oder nur bedingt mit der IEC 60332-1-2 bzw. IEC 60332-2-2 kompatibel sind.

    Mein Rat: Hier sind die Bewertungen der Kollegen (oder der Hersteller) dringend einzuholen!

    Hallo Tobias,


    so leid es mir tut, aber bei einer solchen (nicht mit dem Hersteller abgestimmten) Maßnahme verlierst Du die Zulassung für den Motor!


    Kein Mensch kann ohne Hilfe des Hestellers erkennen, ob die Integrität des druckfesten Gehäuses dabei in Mitleidenschaft gezogen wird. Wenn es Dir jedoch der Hersteller schriftlich bestätigt, dass es unbenklich ist, hast Du unter ATEX ggf. eine Chance - wenn er Deine Instandsetzungsabteilung auch als "gleichwertig" mit seiner eigenen Prüfabteillung ansieht.

    Dann hat er aber auch Pläne und Zeichnungen zu liefern, an denen Du dir Trennung vornehmen kannst.

    Abschnitt 9.3.7 "Vermeiden von Beschädigungen"


    Es werden hier allgemeine Regeln, die wir eigentlich schon in der Elektrotechnik beachten, nochmals aufgeführt. Wichtig ist die Anforderungen an Schutzrohre oder gleichwertig, wenn mit externer Einwirkung auf die Leitungen zu rechnen ist.


    Zu beachten ist, dass die Verlegung in Schutzrohren - wenn die Leitungen nicht ausreichend zugfest sind - durch die Berichtigung in 2016 (Beitrag 13) nicht mehr zulässig ist!

    Abschnitt 9.3.4 "Flexible Kabel und Leitungen für die Versorgung von ortsveränderlichen und tragbaren Geräten (ausgenommen eigensichere Stromkreise)"


    Dieser Abschnitt trifft für den eingangs beschriebenen Anwendungsfall nicht zu (dort wird eine feste Verlegung genannt). Aber für ähnliche Anwendungen gibt es doch ein paar wesentliche Hinweise:

    - eine sehr robuste Leitung wird gefordert

    - Mindestquerschnitt von 1,0 mm²

    - bei kleiner Leistung eine geringe Erleichterung

    - Geräte mit starken mechanischen Beanspruchungen erfordern andere Leitungen