Beiträge von falcone

    Hallo MariusT, für Zone 1 und 21 (also auch sicher für Zone 2 und 22) gibt es auch Stecksysteme in Ex de mit ATEX-Zulassung (Reihe ExLink von ehem. CEAG), max. 7 Kontakte in einem Stecker. Diese sind sehr professionell und gibt es in großer Auswahl, auch für größere Ströme (für Motoren etc.), aber auch als Varianten z.B. für USB-Steckverbindungen. VG, F.

    Hallo AnDo79,

    die Reihenfolge der Buchstaben "ed" spielt keine Rolle. Es gab in den neueren Normenausgaben die Vorgabe, dass die Buchstaben alphabetisch zu ordnen sind, daher hat sich die Reihenfolge umgedreht nach "de". Das Kunststoffgehäuse ist sicher nicht "Ex d". Das Schaltgerät könnte "Ex de" sein. Die angebenen IECEx-Zertifikate sind schon älter und beide zurückgezogen (s. https://www.iecex.com/).

    VG, F.

    Hallo MariusT,

    das Thema wird immer wieder kontrovers diskutiert. Für Zone 2 sind mir schon Stecker untergekommen, die mit dem Warnhinweis "Nicht unter Spannung trennen" gekennzeichnet waren. Für Verschlüsse ist das auch nach neuester Norm DIN EN IEC 60079-0 für EPL Dc (Zone 22) möglich, s. Absch. 20.1 c). Für Verschlüsse gelten folgende Anforderungen: "[...] spannungsführende(r) Teile [...] dürfen nur mit Hilfe eines Werkzeugs , wie Schlüssel, Schraubenschlüssel oder Schraubendreher, zu lösen [...] sein.[...]". Dies lässt also durchaus Interpretationsspielraum für verschraubte Industriestecker.

    VG, F.

    Hallo SF01,


    würde hier die DIN EN ISO 80079-36 anwenden: Abschn 6.7.2: Sämtliche leitenden Teile [...] sind so anzuordnen, dass das Auftreten einer gefährlichen Potentialdifferenz zwischen diesen Teilen unwahrscheinlich ist. Sperrkantscheiben sind eine gute Möglichkeit, gesicherte elektr. Verbindung über eine Schraubverbindung herzustellen, wie schon genannt.


    Für den Lack gilt hier Abschn. 6.7.3 (Geräte der Gruppe III) die Durchschlagspannung muss weniger als 4 kV sein, um gefährliche Gleitstielbüschelentladungen zu vermeiden, wenn diese auftreten können.


    Für Geräte der Gruppe II gilt: nichtleitende Schichten und Beschichtungen auf einem geerdeten Metall kann zu gefährlichen Büschelentladungen führen. Daher werden Lackdicken begrenzt (max. 0,2 mm für IIC) oder leitefähige Lacke eingesetzt. Dies ist hier nicht relevant, da es ein Gerät aus Gruppe III ist (Zone 21). Bei Geräten der Gruppe III wird die explosionsfähige Staubatmosphäre nicht durch Büschenentladungen gezündet.


    VG

    F.

    Hallo Pablo,

    als die Norm DIN EN 60079-14:2014-10 rauskam, hatten wir gehofft, weniger Vergussverschraubungen einsetzen zu müssen und stattdessen auf "normale" Exd-KLEs mit Dichtungen ausweichen zu können. Hatte auch mit einem namften Lieferanten für KLEs gesprochen, konnten aber auch nicht so genau sagen, unter welchen Voraussetzungen das möglich ist und haben die Entscheidung wieder uns überlassen. Letzten Endes haben wir unsere Kabel mit den KLEs in unserem Labor nach Abschnitt E getestet. Es war dann so, dass insb. unsere Datenkabel alle nicht bestanden haben, also nicht ausreichend gasdicht waren. Das war etwas überraschend, da eher geringe Testdrücke angewendet werden, habe aber auch von anderen Experten mit demselben Ergebnis gehört. Somit sind wir bei den Vergaussverschraubungen geblieben.

    Viele Grüße,

    F.

    Hallo Uniraverr,


    es eignen sich ESD-Lacke. Diese haben eine ausgewiesene Ableitfähigkeit, die sich auch für den Explosionsschutz eignen (Fa. WB, Streicolor, Astrastat etc).


    Das Prüfverfahren ist in der 60079-0 beschrieben: 10 cm Elektroden auf der Oberfläche in 1 cm Abstand. Die Obergrenze liegt bei 10^9 Ohm bei 50% rel. Luftfeuchte bzw. 10^11 Ohm bei 30% Luftfeuchte. Die ESD-Lacke haben vielleicht 10^5 - 10^6 Ohm und der Widerstand kann konventionell (Isolationsmessgerät 500 VDC) gemessen werden, am besten auf einer ausreichend großen lackierten Musterplatte.


    2K-Epoxidharz wirkt unter Umständen sehr isolierend auch bei geringen Schichtdicken und sollte mit 4 kV geprüft werden. Kann hier von guten Erfahrungen mit der Prüfstelle IBExU in Freiberg berichten.

    Pulverbeschichtung haben wir auch prüfen lassen, schien aber weniger isolierend und war so für den Ex-Schutz ausreichend.


    Viele Grüße!

    Hallo Mannemer,

    würde auf jeden Fall auch die Anleitungen zu 400V/16A ATEX Stecker und 230V CEE ATEX Kupplung durchsehen. Darin sollte es auch Angaben der Hersteller zur korrekten Installation der Geräte geben. Ggf. auch die besonderen Einsatzbedingungen auf den EU-Baumusterprüfbescheinigungen beachten, sofern welche ausgewiesen sind.

    Viele Grüße,

    Falcone

    Hallo Fuchs, habe im Okt'20 versucht ein Messgerät/ Sensor aus unserem Programm über MPR International zertifizieren zu lassen. Leider haben ihre Partner Absagen von NEPSI und CNEX bekommen. Der Gerätetyp befindet sich nicht im Produktkatalog für Ex-Geräte, die derzeit eine CCC-Zulassung benötigen. Diese fallen demnach noch unter eine Ausnahmeregelung und ATEX bzw. IECEx ist ausreichend.

    An anderer Stelle verwenden wir Exd-Gehäuse, dafür haben wir von Fa. Stahl einen CCC-Schein bekommen (ausgestellt am 13.10.20 von SiTiiAs). Die PTB hat hier offensichtlich Verbindungen, s. Link.

    Grüße, F.

    Hallo Günter, finde das Thema sehr spannend, da Kabel i.d.R. unterschätzt werden, da i.d.R. keine spezielle Ex-Zulassung für Kabel vorliegen. Die letzte EN 60079-14 hatte einige Fragen aufgeworfen. Inwieweit ist Anhang E in diesem Zusammenhang relevant? Habe selber schon einige Kabel nach Anhang E überprüft und keines hatte bestanden (z.B. Lapp Unitronic Datenkabel), was etwas überraschend war. Bei genauerer Betrachtung aber auch wieder nicht, da Schirme undicht sind und TP-Kabel ebenfalls, wenn keine Füllstoffe zwischen der Aderleitungen vorhanden sind. Grüße, F.

    Hallo Arne,

    manchmal liest man in Betriebsanleitungen folgendes, welches auch für deinen Fall zutreffen würde: "Kabel, Kabelverschraubung und Stopfen [...] müssen der Zündschutzart (z. B. Eigensicherheit, druckfeste Kapselung, etc.) und der Schutzart (z.B. IP6x gemäß IEC EN 60529 oder NEMA 4x) [des Gerätes] entsprechen." Zusätzlich sollte auch Temperaturbereich und Klemmbereich der Kabelverschraubungen passen.

    Grüße,

    F.

    Hallo Daniel,

    Schutz durch Gehäuse trifft eigentlich nur für die Zündschutzart Ex d zu (bei explosionsfähiger Gasatomosphäre, für Staub Ex t). Diese hat eine Eignung für Zone 1. Das Gehäuse ist druckfest ausgelegt für max. auftretenden Explosionsdrücke, damit entsprechend robust. Bei Geräten für Zone 2 greift i.d.R. eine einfachere Zündschutzart (Ex ec bzw. Ex n). Diese berücksichtigt nicht das Gehäuse, sondern alle potenziellen Zündquellen und heiße Oberflächen aller elektronischen Bauteile (Gehäuse quasi offen gegen explosionsfähige Atmosphäre angenommen). Klemmen, Netzteile und viele andere Komponenten bekommt man für Zone 2, auch Sicherungen z.B. von Fa. Stahl sind mir bekannt. Daraus lässt sich ein Gerät für Zone 2 zusammenstellen, mit den Voraussetzungen, die Günther genannt hat (Ex-Bewertung, Herstellererklärung, Typenschild etc.).

    Viele Grüße

    F.

    Hallo Thomas,

    NEPSI ist ein Prüflabor in CN analog zur PTB oder DEKRA in DE. Die CCC-Erklärung erscheint mir unserer CE-Erklärung nachempfunden, wobei staatlich gelenkt. CCC ist daher als zusätzliche Erklärung zu verstehen. Diese gibt es schon länger. Wir sind in unserem Unternehmen jedoch nie über Anfragen bei der Fa. MPR China Certification GmbH für CCC hinausgekommen (sind auch nicht besonders stark auf dem chinesischen Markt vertreten). CCC soll wohl ab 1.10.2020 auch für Ex-Geräte verbindlich werden. CCC kann gegen Gebühr bei Vorlage von NEPSI- oder IECEx-Zertifikaten erlangt werden, s. dazu auch diesen MPR Beitrag. Sehe hier ähnliche Parallelen zu EAC/RU. Hier haben sich die Anforderungen in den letzten Jahren weiter verschärft. Anfänglich vor ca. 10 Jahren waren ATEX-Baumusterprüfbescheinigungen ausreichend, mittlerweile werden auch Prüfmuster und Audits verlangt. CN scheint da dem globalen Inspektions- und Zulassungszirkus aufzuschließen, wie z.B. von UL/US, FM/US, CSA/CAN, KOSHA/KR praktiziert.

    Viele Grüße, F.

    Hallo Uniraverr, meine Interpretation der Norm ist ähnlich. Grundsätzlich gelten erst einmal für Exe vergrößerte Luft- und Kriechstrecken nach Tabelle 2. Das ist nicht verwunderlich, da es ja um erhöhte Sicherheit geht. ABER was wäre die Welt ohne Ausnahmen und davon gibt es hier reichlich, insb. für "ec" und im Besonderen für auf Leiterplatten montierte Komponenten. Dazu heißt es in Abschn. 4.3: Sofern nicht anders [...] gefordert wird, gelten die vergrößerten Luftstrecken für Schutzniveau-"ec"-Geräte nur an Netzstromkreisen [...]. Die vergrößerten Luftstrecken gelten nicht für auf Leiterplatten montierte Komponenten. Sind also ausgenommen von der Exe-Regelung. Das scheint mir auch plausibel, da die Abstände der Leiterbahnen i.d.R. enger sind und Regelungen dazu auch mittelbar die Abstände etwaiger blanker Komponentenbeinchen regeln (muss bei Beschichtung wieder gesondert betrachtet sein). Trotzdem sind natürlich "normale" Luft- und Kriechstrecken einzuhalten, um etwaige Kurzschlüsse oder die Oberfläche erwärmende Kriechströme zu vermeiden. Grüße, F.

    Hallo Uniraverr,

    habe dazu auch schon einige Erfahrungen gemacht, hier kurz meine Meinung zusammengefasst:

    zu 1.) 4.3 macht eine Aussage zu den Komponenten auf der Leiterplatte, 4.5 macht eine Aussage zu der Leiterplatte selber; für mich verschiedene Dinge und somit müssen sich die Aussagen nicht ausschließen; beide können gleichzeitig angewendet werden

    zu 2.) Gem. Begriffsdefinition nach DIN EN 60079-0:2019-09 gilt 3.93 Betriebsspannung - höchster Effektivwert der [...] Spannung bei der Versorgung des Gerätes mit der Bemessungsspannung, für mich ist die Bemessungsspannung die nominelle Spannung, z.B. 24 VDC; die max. Betriebsspannung ergibt sich dann unter Zugabe der angebebenen Toleranz, z.B. 20%, also 28,8 V. Für sicherheitsrelevante Betrachtungen kommt dann noch ein Faktor von 1,1 dazu, somit ergibt sich 32 VDC. Die angegebenen Werte in Tabelle 2 für Luft- und Kriechstrecken berücksichtigen bereits eine 10-%-Toleranz für die höchste Versorgungsspannung und kann daher z.B. zur Auswahl der Luft- und Kriechstrecken über Tabelle 2 entfallen. Für "ec" gilt jedoch Anhang H, hier sind die Grenzweite 60VAC und 85VDC interessant; unterhalb der Grenzwerte werden keine Anforderungen an die minimalen Kriech- und Luftstrecken festgelegt (Voraussetzung Industriestandard und Verschmutzungsgrad).

    zu 3.) Insb. SELV- oder PELV-Spannungsversorgungen gelten als sicher galv. getrennt und können als Insel betrachtet werden (Primärseite).

    Grüße, F.

    Hallo Arde,

    wäre hier doch sehr vorsichtig. Auch Methanol ist flüchtig und kann explosiv werden (UEG 6 vol%) und muss daher auf jeden Fall betrachtet werden. Die angegebenen UEGs für Methanol und Ethanol stehen erst mal für sich in reiner Form. Wie sich Gemische verhalten, kann man daraus nicht so einfach ableiten. Es ist zu vermuten, dass sich die UEG eines Gemisches aus Methanol und Ethanol irgendwo zwischen 3,1 und 6vol% bewegt, wenn man die gesamte Konzentration des Gemisches aus Methanol + Ethanol zu Grunde legt. Somit könnte tatsächlich die Zugabe von Methanol die UEG des ursprünglichen Ethanols anheben. Mit welcher Genauigkeit kannst du die 50% Methanol zugeben? Ist die Konzentration in jeder Betriebssituation wirklich gegeben? Was ist der Worst-Case?, auch im Fehlerfall sollte die Sicherheit gegeben sein. Spätestens hier wird es kompliziert und es ist zu empfehlen einen Sachverständigen einzuschalten.

    Grüße, F.

    Hallo Arde, die UEG ist eine sicherheitstechnische Kenngröße. Diese kann für jedes Gas bestimmt werden und ist eine feste Größe, die jedem Gas eigen ist. Die UEG von z.B. Methan (Erdgas) liegt bei 4,4 vol%. Daher ist die obige Fragestellung nicht zu beantworten, da es für jedes Gas nur eine bekannte UEG gibt. Die UEG kann z.B. in der Datenbank Chemsafe nachgeschlagen werden (kostenpflichtig). In deiner Konstellation könnte man berechnen, ob die UEG erreicht wird, d.h. du müsstest die Konzentration des Brennstoff-Luft-Gemisches berechnen bei max. Verdampfung. Auch ein Luftwechsel kann darin berücksichtigt werden. Als sicher wird i.d.R. angesehen, wenn die UEG doppelt, besser vierfach unterschritten wird. Spülvorgänge zur Unterschreitung der UEG sind z.B. aus der Zündschutzart Ex p (Überdruckkapselung) bekannt. Hier wird mind. ein 5'facher Wechsel des freien inneren Volumens durch die Norm DIN EN 60079-2 empfohlen. Bei verwinkelten Einbauten, kann diese auch höher sein und ist ggf. auch experimentell zu überprüfen. Viele Grüße, F.

    Hallo Lammi,

    kann hier zum Steckverbinder von CEAG (jetzt Cooper bzw. Eaton), Typ GHG 57 ..R.. (Reihe eXLink) Auskunft geben. Dieser hat die Zündschutzart Ex de IIC T6 und kann 4+PE Leitungen trennen (z.B. USB) und ist für Kat. 2G/D (Zone 1, 21) geeignet (PTB03ATEX1016X).


    Die Bedienungsanleitung macht zum Stecken folgende Aussage: Die Steckverbindung darf nur bis max. 250 V AC unter Last und 10 A (6 A/60 V für QUICKON) Bemessungsstrom gesteckt und getrennt werden.


    Der Stecker hat also eine separate Zulassung und kann demzufolge bei korrekter Installation und bestimmungsgemäßen Gebrauch mit anderen Geräten kombiniert werden.


    Viele Grüße,

    Falk